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Zverev schießt gegen Becker: «Viel Blödsinn!»

Becker rätselt über Zverevs Image in Deutschland – doch die neue Nummer eins schießt mit harten Worten zurück.

04.11.2026, 17:27 Uhr

Zverev weist Beckers Kritik deutlich zurück

Alexander Zverev hat die jüngsten Aussagen von Boris Becker entschieden kritisiert. Nach seinem frühen Aus beim Masters in Paris warf Deutschlands derzeit bester Tennisspieler dem früheren Wimbledon-Sieger vor, sich unnötig häufig zu seinem Verhalten zu äußern.

Zverev sagte, Becker rede aus seiner Sicht „wie immer ziemlich viel Unsinn“. Zudem habe er den Eindruck, dass der Ex-Profi derzeit alles kommentieren müsse, was er tue. Wenn Becker versuche, ihn damit schlecht dastehen zu lassen, sei das dessen eigene Entscheidung.

Becker sieht Zverev im Auftreten als kühl

Auslöser der Reaktion war ein Interview Beckers mit dem „Spiegel“. Darin hatte der 58-Jährige darüber gesprochen, warum Zverev in Deutschland trotz seiner sportlichen Erfolge nicht überall große Sympathien genieße. Becker erklärte unter anderem, Zverev wirke in deutschsprachigen Interviews häufig schroff und kurz angebunden, zudem nicht besonders freundlich im Umgang mit Journalisten.

Auch Zverevs Zurückhaltung bei politischen Themen sprach Becker an. Er verwies darauf, dass sich der Tennisprofi nicht öffentlich zum Krieg in der Ukraine äußere. Persönlich könne er das zwar nachvollziehen, meinte Becker, fügte aber hinzu, dass dies in der Öffentlichkeit nicht unbedingt gut ankomme.

Zverev zeigte sich darüber irritiert. Er sagte, er finde es merkwürdig, dass Becker offenbar erwarte, dass er sich politisch äußere. Seine Haltung dazu sei eindeutig, betonte der Hamburger, aber er sehe keinen Anlass, ungefragt in sozialen Netzwerken Stellungnahmen zu veröffentlichen. Das entspreche nicht seiner Art und sei auch nie sein Stil gewesen.

Unterschiedliche Sicht auf die Unterstützung der Fans

Ein weiterer Punkt der Debatte betrifft den Zuspruch des Publikums. Becker hatte erklärt, dass Zverev in seinen vergangenen drei Grand-Slam-Endspielen jeweils eher weniger Unterstützung als seine Gegner erhalten habe.

Zverev widersprach auch dieser Einschätzung. Beim Finale in Paris seien aus seiner Sicht rund 70 Prozent der Zuschauer auf seiner Seite gewesen. In Wimbledon gegen Jannik Sinner habe er die Stimmung als ausgeglichen empfunden. Nur in New York sei es selbstverständlich gewesen, dass die Fans mehrheitlich den Amerikaner Ben Shelton unterstützten.

Zverev ergänzte, dass er von Beckers Interview nur einzelne Auszüge gelesen habe. Sportlich verlief der Auftritt in Paris für ihn enttäuschend: Gegen den Italiener Lorenzo Musetti schied der 29-Jährige gleich in seinem ersten Match mit 6:7 (5:7), 2:6 aus.

Ungeachtet der Niederlage hatte Zverev erst am Montag Geschichte geschrieben: Als erster deutscher Tennisspieler seit Boris Becker übernahm er die Führung der Weltrangliste.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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