Der spanische Fußballprofi Jesús de Miguel wird spanischen Medien zufolge am Donnerstag beigesetzt. Nach der Überführung seines Leichnams soll die Beerdigung auf Wunsch der Familie in Navahermosa stattfinden, dem Heimatort der Familie in der Provinz Toledo. Darüber berichtete unter anderem der Radiosender Cadena SER.
In der kleinen Gemeinde in Zentralspanien, rund 130 Kilometer südwestlich von Madrid, wollen auch Mitspieler, Trainerteam und Vereinsführung des Zweitligisten CD Teneriffa Abschied nehmen. Die Angehörigen dankten für die große Anteilnahme, baten laut Verein jedoch eindringlich darum, ihre Privatsphäre in dieser schweren Zeit zu respektieren.
Am Samstag plant der Club zudem eine Gedenkfeier im Heliodoro-Rodríguez-López-Stadion. Dort soll de Miguel, der seine Partnerin María und die im Juni 2025 geborene Tochter Carla hinterlässt, offiziell verabschiedet werden. Zur Messe ab 18.00 Uhr sind alle Fans des Vereins eingeladen.
Ganze Insel in Trauer
Der 30-Jährige hatte am Montag in der Nachspielzeit des Ligaspiels gegen den FC Andorra nach einem heftigen Zusammenprall mit Andorras Torhüter Jesús Owono schwere Verletzungen erlitten und einen Herzstillstand bekommen. Am Dienstagmorgen starb er im Krankenhaus.
"Es ist der schlimmste Tag meines Lebens", sagte Mehrheitsaktionär Rayco Garcia spanischen Medien. "Wir leiden unendlich. Solche Dinge kann man kaum begreifen. Aber wir sind eine große Familie und werden das gemeinsam durchstehen."
CD Teneriffa ordnete eine sechstägige Trauerphase an und setzte sämtliche Aktivitäten der Männer-, Frauen- und Nachwuchsmannschaften bis zum Wochenende aus. Auch das für Samstag geplante Ligaspiel gegen Granada wurde verschoben. Der FC Andorra stellte ebenfalls einen Antrag auf Verlegung seines nächsten Spiels.

Ermittlungen gegen Owono
Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP ermittelt die Mordkommission der spanischen Nationalpolizei gegen Owono wegen des Verdachts auf mögliche fahrlässige Tötung. Spanische Medien berichten jedoch, dass Teneriffas leitender Staatsanwalt José Luis Sánchez-Jáuregui ein Strafverfahren wegen des Geschehens auf dem Spielfeld für eher unwahrscheinlich hält. Offen ist, ob de Miguels Familie Anzeige erstatten und zivilrechtliche Schritte einleiten wird. Unabhängig davon könnte dem Torwart eine längere Sperre durch den spanischen Verband RFEF drohen.
Bereits am Dienstag hatten sich Hunderte Anhänger vor dem Krankenhaus versammelt, Kerzen entzündet und Blumen niedergelegt. Am Abend kamen Spieler und Fans erneut zusammen, diesmal vor Stadiontor 9 – der Rückennummer des Verstorbenen. Auch internationale Sportgrößen wie Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und Rafael Nadal äußerten in sozialen Netzwerken ihre Anteilnahme.
Unterdessen stellte sich Andorras Spieler Lautaro Spatz hinter seinen Teamkollegen Owono. Der Torwart hatte am Dienstag seinen Instagram-Account deaktiviert, nachdem er massiv beleidigt und unter anderem als Mörder beschimpft worden war. Spatz schrieb, Owono sei von dem Vorfall zutiefst erschüttert. Jeder, der ihn kenne, wisse, was für ein Mensch er sei und dass er niemals absichtlich jemandem Schaden zufügen würde. Auch der Fußballverband von Äquatorialguinea stärkte dem 25-Jährigen den Rücken und erklärte, er befinde sich in tiefer Trauer und Verzweiflung.
Leistungsträger und Publikumsliebling auf Teneriffa
Jesús de Miguel hatte sich über mehrere unterklassige Stationen in Spanien in den Profifußball hochgearbeitet. Im Sommer 2025 wechselte er nach Teneriffa. Mit elf Toren hatte er entscheidenden Anteil am Aufstieg in die zweite Liga. Direkt zu Beginn seiner Zeit beim Club stellte er mit sechs Treffern in den ersten fünf Pflichtspielen sogar einen Vereinsrekord auf.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber