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Zeitfahren: Bronze-Coup! Koch überrascht

Gold zum Greifen nah – dann kam die Wende: Franziska Koch sorgt in Montreal trotzdem für einen überraschenden WM-Auftakt.

20.09.2026, 17:26 Uhr

Franziska Koch hat den erhofften Gold-Coup im Einzelzeitfahren bei den Straßenrad-Weltmeisterschaften zwar verpasst, dem deutschen Team zum Auftakt aber ein überraschend starkes Resultat beschert. Die deutsche Meisterin sicherte sich auf dem 39,2 Kilometer langen Kurs in Montreal die Bronzemedaille. Auf die erneut siegreiche und damit titelverteidigende Schweizerin Marlen Reusser fehlten ihr 45,54 Sekunden. Silber ging an die junge Britin Zoe Backstedt, die 40,11 Sekunden langsamer war als Reusser.

Koch zeigte sich nach dem Rennen entsprechend zufrieden. „Der Kurs kam mir mit seinen Wellen sehr entgegen. Ich habe gleich nach dem Start gemerkt, dass heute ein guter Tag wird. Ich bin wirklich sehr glücklich mit dieser Bronzemedaille“, sagte die 26-Jährige nach dem längsten Zeitfahren der WM-Geschichte. Zudem erklärte sie: „Ich habe versucht, nicht zu übermütig zu sein. Man musste sich seine Kräfte einteilen und erst am Ende kann man anfangen, den Tank komplett leer zu fahren.“

Kein Kurs für Niedermaier

Antonia Niedermaier, die vor dem Rennen ebenfalls zum Kreis der Medaillenkandidatinnen gezählt worden war, erwischte keinen guten Tag. Sie belegte am Ende Rang sieben und hatte 1:49 Minuten Rückstand. In der WM-Geschichte hatte es bislang vier Goldmedaillen für deutsche Fahrerinnen im Einzelzeitfahren gegeben: Hanka Kupfernagel triumphierte 2007, Judith Arndt gewann 2011 und 2012, Lisa Brennauer holte 2014 den Titel.

Trotz ihres eigenen Resultats freute sich Niedermaier über Kochs Erfolg. „Es ist super cool. Es sei ihr wirklich vergönnt, sie hat hart dafür gearbeitet“, sagte sie im ZDF. Mit ihrem eigenen Abschneiden zeigte sie sich dennoch zufrieden: „Ich wusste, dass es kein gutes Zeitfahren für mich wird. Es war ziemlich flach. Das war nicht gerade mein Lieblingskurs.“

Ungewöhnlich langes Zeitfahren

Die Frauen absolvierten in Montreal denselben Kurs, den später am Abend auch die Männer fahren müssen. Auffällig war vor allem die Distanz: Knapp 40 Kilometer bedeuteten für Koch das längste Einzelzeitfahren ihrer bisherigen Profi-Karriere.

Die 26-Jährige ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und lag bei allen Zwischenzeiten auf Medaillenkurs. Backstedt war durchgehend schneller unterwegs als Koch, doch Reusser teilte sich ihr Rennen am besten ein. Beim ersten Messpunkt lag die Schweizerin an ihrem 35. Geburtstag noch sieben Sekunden hinter Koch. An der dritten und letzten Zwischenzeit, rund zehn Kilometer vor dem Ziel, hatte sie sich bereits einen Vorsprung von mehr als 20 Sekunden erarbeitet.

Trotz des verpassten WM-Titels darf Koch mit ihrem Auftritt sehr zufrieden sein. In den TV-Bildern war sie immer wieder grinsend zu sehen, als sie vor den Zielankünften von Backstedt und Reusser sogar noch an der Spitze des Klassements lag.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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