Fußball

2:3 nach 2:0! Augsburgs Bremen-Kollaps

Augsburg war auf Bayern-Kurs und vor dem Rekordstart – bis Bremen in den Schlussminuten alles brutal crashen ließ.

20.09.2026, 13:16 Uhr

Später Bremer Doppelschlag trübt Augsburgs gute Ausgangslage

Für Finn Dahmen hätte das Wochenende kaum besser beginnen können: Gemeinsam mit Teamkollege Hennes Behrens wurde der Augsburger Schlussmann zur deutschen Nationalmannschaft eingeladen. Zudem steigt am kommenden Sonntag in Augsburg das erste Heimspiel unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp. Dahmen zeigte sich im Vorfeld entsprechend motiviert und kündigte an, sich mit vollem Einsatz präsentieren zu wollen. Doch die Freude wurde durch die bittere Niederlage in Bremen deutlich gedämpft.

Der FC Augsburg lag im Weserstadion bereits mit 2:0 vorn, musste sich am Ende aber noch mit 2:3 geschlagen geben. In der Schlussphase drehten Niclas Füllkrug in der 86. Minute und Mitchell Weiser in der Nachspielzeit die Partie zugunsten von Werder. Entsprechend groß war der Frust bei Dahmen, der von einer vertanen großen Gelegenheit sprach.

Statt mit weiterem Rückenwind und womöglich punktgleich mit dem FC Bayern in das Spitzenspiel nach der Länderspielpause zu gehen, kassierte Augsburg die erste Niederlage der Saison. Besonders ärgerlich: Nach dem frühen Treffer von Robin Fellhauer schien der bislang starke Saisonstart dem FCA eher Sicherheit als zusätzlichen Hunger zu geben. Das Team wirkte phasenweise zu selbstzufrieden.

Baum kritisiert vor allem das dritte Gegentor

Trainer Manuel Baum haderte vor allem mit dem entscheidenden Treffer zum 2:3. Diese Situation sei aus seiner Sicht eigentlich leicht zu verteidigen und werde normalerweise fast immer sauber gelöst. Insgesamt sprach der Coach von einer der bislang schwächsten Vorstellungen seiner Mannschaft. Gerade wenn die sonst so verlässliche Defensive nicht funktioniere, müsse man sich eingestehen, dass man ein solches Spiel nicht mehr herschenken dürfe.

SV Werder Bremen - FC Augsburg
Bremer Jubel, Augsburger Frust: Nach einer 2:0-Führung verlor der FCA gegen Werder noch mit 2:3. Quelle: David Inderlied/dpa

Augsburgs Trainer Manuel Baum bei der Niederlage in Bremen.

Die Partie habe gezeigt, dass ein Team wie Augsburg nur dann etwas mitnehmen könne, wenn es konsequent ans Limit gehe. In Bremen blieb zwischen Anspruch und tatsächlicher Leistung jedoch eine deutliche Lücke.

Vor allem mit Ball war der FCA nach Einschätzung von Baum zu harmlos. Technisch habe die Mannschaft unsauber agiert, wodurch weder Konter klar ausgespielt noch der anhaltende Druck der Bremer vom eigenen Tor ferngehalten werden konnte. Zumindest an diesem Tag wurde deutlich, dass Augsburg noch nicht so gefestigt ist, wie der gute Saisonbeginn vielleicht vermuten ließ.

Trotz Rückschlag bleibt die Lage ordentlich

Trotz der Enttäuschung fällt die Zwischenbilanz weiterhin positiv aus. In der Tabelle steht Augsburg noch immer vor Vereinen wie Eintracht Frankfurt und stellt aktuell sogar mehr deutsche Nationalspieler als Bayer Leverkusen. Behrens räumte zwar ein, dass ihm unmittelbar nach Abpfiff die Vorfreude auf die DFB-Reise schwerfiel. Mit etwas Abstand werde diese aber sicher zurückkehren.

Dahmen, der im Gegensatz zum 21 Jahre alten Behrens bereits Erfahrungen mit der Nationalmannschaft und den Schwankungen einer Bundesligasaison gesammelt hat, ordnete die Situation nüchterner ein. Mit etwas Abstand seien sieben Punkte aus vier Spielen wohl eine ordentliche Ausbeute. Vor einem Monat, so seine Einschätzung, hätte man dieses Ergebnis vermutlich sofort unterschrieben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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