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Schon wieder! DEB-Team verliert auch gegen Lettland

Schon jetzt Endspiel-Stimmung bei der Eishockey-WM: Nach dem nächsten Dämpfer muss Deutschland ausgerechnet gegen die Schweiz liefern.

17.05.2026, 22:41 Uhr

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz den nächsten schweren Rückschlag hinnehmen müssen. In Zürich verlor das Team von Bundestrainer Harold Kreis mit 0:2 (0:1, 0:1, 0:0) gegen Lettland und steht damit nach zwei Niederlagen in der Gruppenphase bereits erheblich unter Zugzwang. Mit nur einem eigenen Treffer in den ersten beiden WM-Partien droht Deutschland zum zweiten Mal nacheinander das Viertelfinale zu verpassen.

Es ist nicht gut genug gerade. Da müssen wir ehrlich sein“, sagte Stürmer Dominik Kahun bei ProSieben. „Wir erwarten mehr von uns.“ Auch Bundestrainer Harold Kreis zeigte sich unzufrieden, vor allem mit den ersten 30 Minuten der Partie. Deutschland habe erst nach zehn Minuten im zweiten Drittel wirklich mehr Druck entwickelt.

Schon vor dem Spiel hatte Kreis die besondere Brisanz betont. Gegen Lettland gebe es noch eine offene Rechnung, sagte der Bundestrainer. Bei den Olympischen Spielen 2026 in Mailand hatte die DEB-Auswahl trotz prominenter Besetzung um Leon Draisaitl überraschend mit 3:4 gegen die Letten verloren.

Reichel-Premiere bringt zunächst keinen Ertrag

Die deutsche Mannschaft begann engagiert und übernahm zunächst die Kontrolle, ohne sich im ersten Drittel viele klare Torchancen zu erarbeiten. Erstmals bei dieser WM kam auch Lukas Reichel zum Einsatz. Der NHL-Profi der Boston Bruins war damit der vierte deutsche Spieler aus der nordamerikanischen Topliga im Aufgebot nach Philipp Grubauer, Moritz Seider und Joshua Samanski. An seinem 24. Geburtstag sorgte Reichel zwar für Tempo, einen unmittelbaren Effekt auf das Ergebnis hatte sein Debüt aber nicht.

Wie von Kapitän Moritz Seider gefordert, trat Deutschland zunächst dominant auf. Lettland setzte jedoch erneut auf sein starkes Umschaltspiel, ließ Deutschland häufiger den Puck und blieb dennoch gefährlicher. Wie schon im Auftaktspiel gegen Finnland musste sich die deutsche Auswahl mehrfach auf Torhüter Philipp Grubauer verlassen, der zunächst einige gute Möglichkeiten der Letten entschärfte.

Lettland nutzt deutsche Fehler konsequent

Kurz vor der ersten Pause fiel dann doch der Rückstand. Nach einem Fehler im deutschen Spielaufbau kam Martins Dzierkals zu viel zu frei zum Abschluss und traf in der 19. Minute zum 0:1. Grubauer war dabei die Sicht genommen. Frederik Tiffels sagte anschließend: „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen. Dann wurde Lettland besser und wir haben nachgelassen.

Auch nach der Pause wurde es nicht besser. Nach einer weiteren Unachtsamkeit in der Defensive tauchte Rudolfs Balcers in der 25. Minute frei vor dem deutschen Schlussmann auf und erhöhte auf 2:0 für Lettland. Die lettischen Fans in Zürich feierten, während Deutschland weiter einem Rückstand hinterherlief.

Deutsche Reaktion bleibt unbelohnt

Erst nach dem zweiten Gegentor zeigte Deutschland eine deutlichere Reaktion. Die DEB-Auswahl kam nun zu mehreren Möglichkeiten und drängte über längere Phasen auf den Anschlusstreffer. Die beste Gelegenheit vergab Joshua Samanski, der allein auf das Tor zulief, aber am lettischen Keeper Kristers Gudlevskis scheiterte. Der Goalie der Fischtown Pinguins Bremerhaven wurde in dieser Phase zum entscheidenden Faktor.

Moritz Seider hatte zwischenzeitlich noch betont: „Wir haben jetzt noch 20 Minuten Zeit, das Spiel zu drehen.“ Doch die Hoffnungen erfüllten sich nicht. Deutschland versuchte es in der Offensive unter anderem über die schnelle Reihe mit Reichel, Samanski und Tiffels. Vor dem Tor fehlte jedoch weiterhin die Durchschlagskraft. Auch als Grubauer früh zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis ging, blieb der erhoffte Treffer aus. Lettland verteidigte die Führung abgeklärt und brachte das 2:0 über die Zeit.

Nächste schwere Aufgabe gegen die Schweiz

Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt der deutschen Mannschaft nicht. Bereits an diesem Montag um 20.20 Uhr trifft das DEB-Team auf Gastgeber Schweiz, der zugleich Vizeweltmeister ist. Das Spiel wird live bei ProSieben und MagentaSport übertragen.

Angesichts des missglückten Starts ist die Partie für Deutschland bereits von großer Bedeutung. Dominik Kahun warnte vor dem vielleicht härtesten Vorrundengegner und sagte mit Blick auf die Schweiz: „Sie sind der WM-Mitfavorit. Es bleibt uns nichts anderes übrig. Wir müssen die Sachen, die derzeit fehlen, einfach besser machen und öfter auf das Tor schießen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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