Politik

Wahl: Auch Andalusien zwingt Konservative zu Vox

Machtverlust in Andalusien: Spaniens PP verfehlt die Mehrheit – und muss jetzt ausgerechnet auf Vox setzen.

17.05.2026, 23:01 Uhr

PP verliert absolute Mehrheit in Andalusien und braucht Vox

Bei der Regionalwahl in Andalusien hat die konservative Volkspartei PP ihre bisherige absolute Mehrheit verfehlt. Nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen kam die Partei von Regionalpräsident Juanma Moreno auf 53 Sitze im Parlament von Sevilla. Vor vier Jahren waren es noch 58 Mandate gewesen. Für eine Alleinregierung wären 55 Sitze nötig.

Die rechtspopulistische Vox legte dem vorläufigen Ergebnis zufolge leicht zu und verfügt künftig über 15 Abgeordnete. Die sozialistische PSOE von Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez fiel in ihrer einstigen Hochburg weiter zurück und erreichte nur noch 28 Sitze – zwei weniger als bei ihrem bereits schwachen Abschneiden 2022. Das linksgerichtete, regionalistisch geprägte Bündnis Adelante Andalucía verbesserte sich von zwei auf acht Mandate. Pro Andalucía zieht erneut mit fünf Abgeordneten ins Parlament ein.

Auch anderswo ist die PP auf Vox angewiesen

Für Juanma Moreno ist das Ergebnis ein Dämpfer. Er gilt als deutlich moderater und weniger konfrontativ als die PP-Führung auf nationaler Ebene. Trotzdem ist nun auch er in Spaniens bevölkerungsreichster autonomer Gemeinschaft auf die Unterstützung von Vox angewiesen, um eine stabile Mehrheit zu sichern.

Ein ähnliches Bild hatte sich zuletzt bereits in anderen Regionen gezeigt: In Extremadura, Aragón sowie in Kastilien und León wurde die PP zwar stärkste Kraft, kann aber ebenfalls nicht ohne Vox regieren. Eine Zusammenarbeit zwischen PP und PSOE gilt wegen der tiefen politischen Gegensätze weiterhin als äußerst unwahrscheinlich.

Inflation, Arbeitsmarkt und Migration prägten den Wahlkampf

Im Mittelpunkt des Wahlkampfs standen vor allem wirtschaftliche und soziale Themen. Diskutiert wurden die wieder steigende Inflation – auch im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Iran -, Probleme im Gesundheitswesen, die hohe Arbeitslosigkeit, Wohnungsmangel sowie die Migration über das Mittelmeer.

Die Arbeitslosenquote in Andalusien liegt bei knapp 15 Prozent und damit deutlich über dem spanischen Durchschnitt. Obwohl die Region mehr als zehn Millionen Einwohner zählt und damit die größte autonome Gemeinschaft des Landes ist, bleibt das Pro-Kopf-Einkommen unter dem Landesmittel.

Wirtschaftlich spielen vor allem Tourismus und Landwirtschaft eine zentrale Rolle. Zugleich gewinnen Industrie und Solarenergie zunehmend an Bedeutung. Auch kulturell prägt Andalusien das Bild Spaniens im Ausland – etwa durch Flamenco, Stierkampf und das maurische Erbe mit Sehenswürdigkeiten wie der Alhambra in Granada oder der Moschee-Kathedrale von Córdoba.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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