Michael Mronz, Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees, soll nach dem Vorschlag einer Findungskommission für das Amt des Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbunds kandidieren. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, haben Spitzenverbände und Landessportbünde den Vorschlag besprochen und vereinbart, ihre Gespräche nach dem Ende der Bewerbungsfrist am 30. Oktober 2026 fortzusetzen.
Dabei betonten die Beteiligten zugleich, dass es bislang keine Einigung auf einen gemeinsamen Kandidaten gebe. Als möglicher weiterer Bewerber wird Martin Engelhardt genannt, der Präsident der Deutschen Triathlon Union. Jürgen Scholz, Präsident des Landessportverbands Baden-Württemberg sowie Sprecher der Landessportbünde und Koordinator der Findungskommission, erklärte, man wolle bis zum Ablauf der Frist noch weitere Optionen prüfen und bis dahin keine Empfehlung der Verbände für das Präsidentenamt aussprechen.
Mronz mit starken internationalen Kontakten
Der 59-jährige Sportmanager gilt wegen seiner Tätigkeit im IOC als international hervorragend vernetzt. Dieses Netzwerk könnte auch einer möglichen Münchner Olympia-Bewerbung für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 im internationalen Wettbewerb zugutekommen.
Der amtierende DOSB-Präsident Thomas Weikert hatte am Donnerstag angekündigt, nicht erneut anzutreten. Der 64-Jährige begründete seinen Rückzug damit, dass ihm die Energie für eine weitere Amtszeit fehle. Zudem hatten mehrere Verbände ihm signalisiert, ihn bei der Mitgliederversammlung am 5. Dezember in Frankfurt am Main nicht noch einmal unterstützen zu wollen.
Mitinitiator einer Olympia-Bewerbung
Mronz wird schon seit Längerem als aussichtsreicher Kandidat für die DOSB-Spitze gehandelt, hatte eine eigene Bewerbung bisher jedoch offengelassen. Stattdessen verwies er auf die Findungskommission, die auf Initiative der Sprechergruppe der Spitzenverbände und ohne unmittelbare Beteiligung des DOSB ins Leben gerufen worden war. Interessenten können ihre Kandidatur noch bis zum 30. Oktober anmelden, zwei Wochen später soll die Bewerberliste für die anstehenden Wahlen veröffentlicht werden.
Als IOC-Mitglied gehört der gebürtige Kölner bereits dem DOSB-Präsidium an. Der Witwer des früheren Außenministers Guido Westerwelle leitet zudem die Aachener Reitturnier GmbH. Außerdem war er Mitbegründer der Initiative Rhein-Ruhr, die eine deutsche Bewerbung um die Olympischen Spiele 2032 vorantreiben wollte. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch, nachdem das IOC früher als erwartet Brisbane in Australien als bevorzugten Austragungsort bestimmt hatte.
Zuletzt war Mronz im Sport auch auf Kritik gestoßen, weil er eng mit der Bewerbung Köln-Rhein-Ruhr verbunden wurde. Im nationalen Auswahlverfahren für eine neue deutsche Olympia-Kandidatur unterlag das NRW-Konzept am vergangenen Samstag der Bewerbung aus München.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber