In Vietnam hat die Polizei zwölf Verdächtige festgenommen, die Teil eines illegalen Rings für den Handel mit Katzen gewesen sein sollen. Den Männern wird in Ho-Chi-Minh-Stadt vorgeworfen, etwa 2.700 Katzen gestohlen zu haben, um die Tiere zu töten und ihr Fleisch zu verkaufen. Lokale Medien berichteten unter Berufung auf die Ermittler, dass ein 39-Jähriger als mutmaßlicher Kopf der Gruppe gilt. Ihm wird vorgeworfen, lebende gestohlene Katzen angekauft und das Fleisch anschließend zum Verzehr weiterverkauft zu haben.
Nach Angaben der Polizei fingen die Täter die Tiere vor allem nachts in den Straßen der Außenbezirke der südlichen Metropole. Dabei sollen sie selbst gebaute Fallen eingesetzt haben. Auf das Netzwerk waren die Behörden erst vor wenigen Monaten aufmerksam geworden: Bei einer Razzia im Juni entdeckten Einsatzkräfte bereits zahlreiche eingefangene Katzen, Fallen sowie Geräte zum Entfernen des Fells. Im Verlauf der Ermittlungen fanden die Beamten zudem rund 400 lebende Katzen in Käfigen und etwa 80 tote Tiere in Kühlboxen.
In Vietnam ist nicht der Verzehr von Katzenfleisch an sich verboten, sondern der Umstand, dass die Tiere mutmaßlich gestohlen wurden. Der Konsum von Katzen- und Hundefleisch gehört für einen Teil der Bevölkerung weiterhin zur Esskultur. Nach Schätzungen der Tierschutzorganisation Vier Pfoten werden in Vietnam jedes Jahr fast eine Million Katzen und bis zu fünf Millionen Hunde für den menschlichen Verzehr getötet.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber