Sport

Kai Pflaumes Audi-Orakel: Zündet Hülkenberg jetzt?

Viel Kritik, harte Monate – und jetzt das Signal? Audi will im Formel-1-Finale vor der Sommerpause endlich ein Zeichen setzen.

29.07.2026, 12:02 Uhr

Vielleicht lag es auch an Kai Pflaume. Der TV-Moderator war auf Einladung eines Sponsors als Ehrengast von Audi beim Formel-1-Wochenende in Budapest dabei. In der VIP-Area genoss der passionierte Marathonläufer Kaiserschmarrn mit Pflaumenkompott und gab vor dem Großen Preis von Ungarn eine Vorhersage ab.

Er sei sich „ziemlich sicher“, dass Nico Hülkenberg endlich seine ersten Punkte holen werde. Und tatsächlich sollte Pflaume damit richtigliegen.

Punkte-Premiere zum passenden Zeitpunkt

Ausgerechnet im Beisein von Audi-Chef Gernot Döllner fuhr Hülkenberg im letzten Rennen vor der Sommerpause als Neunter erstmals für das deutsche Werksteam in die Punkte. Besser hätte das Timing kaum sein können.

„Zum ersten Mal hat wirklich alles zusammengepasst“, sagte ein erleichterter Hülkenberg. „Und dafür wurden wir am Ende auch belohnt.“

Bis zum Rennen in Budapest war die Saison für den einzigen deutschen Fahrer im Feld von Rückschlägen geprägt. In Monaco hatte er zwar schon einmal Rang neun erreicht, verlor die Zähler aber nachträglich wegen einer Zehn-Sekunden-Strafe nach einem Zwischenfall mit Williams-Pilot Carlos Sainz. In Barcelona wurde ein vielversprechendes Rennen sogar auf kuriose Weise beendet: Ein aufgewirbelter Kieselstein löste den Not-Aus am Auto aus.

Nach schwierigen Wochen gelingt der Befreiungsschlag

„Es war bislang ziemlich zäh“, sagte Hülkenberg. Bis Ungarn habe immer irgendetwas den entscheidenden Schritt verhindert. Vor dem Rennen in der ungarischen Puszta hatte lediglich sein brasilianischer Teamkollege Gabriel Bortoleto, der wie Hülkenberg auch in der kommenden Saison für Audi fahren soll, dreimal Punkte für das Team geholt.

Gernot Döllner
Gernot Döllner hat das Formel-1-Engagement von Audi angenommen. Quelle: Daniel Karmann/dpa

Audi-Rennleiter Allan McNish sprach offen über die angespannte Lage. Nach dem überraschenden Rücktritt von Teamchef Jonathan Wheatley kurz nach Saisonbeginn hatte McNish die Verantwortung übernommen. „Wir wollen alle erfolgreich sein. Wenn es aus unterschiedlichen Gründen nicht klappt, sammelt sich Frust an“, erklärte er. Umso mehr habe ihn Hülkenbergs Auftritt in Ungarn überzeugt: „Da war enorm viel Energie drin. Der Hulk ist zurück.“

Döllner erlebt Hülkenbergs Potenzial aus nächster Nähe

Der Zeitpunkt des Erfolgs war auch deshalb besonders wichtig, weil Döllner das Formel-1-Projekt nicht selbst angestoßen, sondern übernommen hatte. In Budapest konnte der Audi-Vorstandschef nun direkt erleben, was in Hülkenberg steckt.

Hinzu kommt die besondere Bedeutung Ungarns für den Konzern: Im westlich von Budapest gelegenen Győr produziert Audi Antriebe und Fahrzeuge. Das Rennen hatte für die Marke deshalb einen fast schon heimischen Charakter.

Großprojekt unter Beobachtung

Audi startet seit dieser Saison als Werksteam in der Formel 1. Für das ehrgeizige und milliardenschwere Vorhaben hatte der Hersteller den Schweizer Rennstall Sauber übernommen. Intern stand das Projekt angesichts sinkender Gewinne und harter Sparprogramme in der Autobranche zuletzt durchaus in der Kritik.

Das Chassis aus Hinwil gilt als solide Basis. Der Motor, der in Neuburg an der Donau entwickelt und gebaut wird, bleibt für den Quasi-Neueinsteiger allerdings eine gewaltige Herausforderung — und könnte nach Einschätzung im Umfeld noch mehr Leistung vertragen.

Hülkenberg blickt trotz aller Schwierigkeiten zuversichtlich nach vorn. „Wir sind immer noch in einer Aufbauphase“, sagte er vor der kurzen Sommerpause nach intensiven Monaten. „Aber wir wachsen, werden konstant besser und arbeiten in allen Bereichen und Abläufen an Fortschritten. Die Entwicklung geht in die richtige Richtung.“

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen