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Jauch wird 70 – warum er Trubel meidet

Günther Jauch wird 70 – und ausgerechnet an seinem Ehrentag bleibt das Handy stumm. Warum der TV-Liebling abtaucht.

13.07.2026, 04:30 Uhr

Viele Quizbegeisterte wünschen sich, einmal Günther Jauch im Studio von „Wer wird Millionär?“ direkt gegenüberzusitzen. Mit unbewegter Miene, schnellem Witz und feiner Ironie hat der Moderator im Lauf der Jahre unzählige Kandidatinnen und Kandidaten auf dem Weg zur möglichen Million ins Schwitzen gebracht.

Nun feiert Deutschlands bekanntester Quizmaster seinen 70. Geburtstag. Große Aufmerksamkeit um seine Person liegt ihm allerdings fern. Privat lebt Jauch zurückgezogen, ist seit Jahrzehnten eng mit Potsdam verbunden und hat auf seinem Weingut an der Saar einen weiteren wichtigen Lebensmittelpunkt gefunden.

Wie und wo er den Ehrentag verbringt, lässt der Moderator offen. Am liebsten möchte er an diesem Tag gar nicht groß auffallen.

Zum 70. Geburtstag lieber abtauchen

Schon Wochen vor seinem Geburtstag machte Jauch deutlich, dass er kein Freund großer Feiern ist. Sinngemäß rät er sogar dazu, an so einem Tag besser nicht ans Telefon zu gehen — ein Vorsatz, den er selbst einhalten wolle. Für ihn seien solche Daten nicht besonders wichtig, und er verspüre wenig Neigung, daraus ein großes Ereignis zu machen.

Dass ihm öffentliche Huldigungen eher unangenehm sind, überrascht auch sein Umfeld nicht. RTL-Unterhaltungschef Markus Küttner meint, Jauch möge ohnehin keine übertriebene Lobhudelei. Verändert habe sich der Moderator über die Jahre kaum — abgesehen von etwas lichter gewordenem Haar, wie der Sender mit einem Augenzwinkern anmerkt.

Mehr als nur ein Unterhalter

Jauch ist seit Langem nicht nur als Quizmaster populär. Vor seiner Zeit bei RTL war er unter anderem als Sportjournalist bekannt, etwa beim „aktuellen Sportstudio“. Von 2011 bis 2015 moderierte er zudem in der ARD eine politische Talksendung, die seinen Namen trug. In Umfragen wurde er vor einigen Jahren sogar als möglicher Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten gehandelt.

Landesverdienstorden Günther Jauch
Ehrung als Mäzen für den Erhalt historischer Bauwerke in Potsdam: TV-Moderator Günther Jauch bekommt von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke den Landesverdienstorden umgehängt. Quelle: Annette Riedl/dpa

Zurückhaltendes Leben in Potsdam

In Potsdam lebt Jauch seit rund drei Jahrzehnten mit seiner Frau Thea. Das Paar hat vier Kinder. Über Privates spricht der Journalist, der viele Kolleginnen und Kollegen siezt, nur selten. Gelegentlich verriet er aber doch Kleinigkeiten: Ein klassischer Musterschüler sei er mit einer Abiturnote von 3,1 nicht gewesen. Auch Kochen und Tanzen zählt er nicht gerade zu seinen Talenten.

Engagement als Mäzen

Bekannt ist Jauch ebenso für sein finanzielles Engagement in Potsdam. Mit hohen Spenden half er mehrfach bei der Sanierung historischer Gebäude. Besonders hervorzuheben ist seine Unterstützung für die Wiederherstellung der Neptungrotte im Park Sanssouci, für die er 2014 eine Millionensumme bereitstellte.

Darüber hinaus setzt er sich für die Kinder- und Familienhilfsorganisation „Arche“ ein. Seine historische Villa Kellermann am Potsdamer Seeufer beherbergte bis 2024 ein Spitzenrestaurant, das anfangs gemeinsam mit Tim Raue eröffnet worden war.

Für seinen Einsatz wurde Jauch im Juni mit dem Verdienstorden des Landes Brandenburg ausgezeichnet.

Preise im Keller, Oldtimer in der Garage

Bei dieser Gelegenheit verriet Jauch auch, dass seine zahlreichen Fernsehpreise bei ihm nicht prominent im Regal stehen. Eher landen sie im Keller oder in der Garage. Dort dürfte allerdings ebenfalls Wertvolles zu finden sein, denn zu seinen Leidenschaften gehören Oldtimer. Einer davon ist ein Opel Olympia Rekord Caravan von 1954, der vor allem rund um sein Weingut an der Saar unterwegs ist.

Ein „Winzer-Azubi“ auf Dauer

Auf dem Weingut in Kanzem packt Jauch nach eigenen Angaben überall mit an — im Büro am Telefon, bei Reinigungsarbeiten oder auch beim Ausschenken für Kundinnen und Kunden. Trotzdem sieht er sich nicht als fertigen Winzer. Er bezeichnet sich vielmehr als einen „ewigen Winzer-Azubi“.

Das traditionsreiche Riesling-Weingut hatte er 2010 übernommen. Der Betrieb stand damals vor dem Verkauf außerhalb der Familie. Jauchs Großmutter Elsa von Othegraven war die Schwester von Maximilian von Othegraven, der das Gut einst führte. Unter Jauchs Verantwortung wurde die Rebfläche von zehn auf 15 Hektar erweitert.

Eine neue Welt an der Saar

Jauch und seine Frau verbringen nach eigener Aussage im Durchschnitt etwa eine Woche pro Monat dort. Mit dem Weingut habe sich ihm eine völlig neue Welt eröffnet. Im Vergleich zur Fernsehwelt gehe es im Weinbau deutlich handfester zu und alles sei viel stärker von der Natur bestimmt.

Ans Aufhören denkt der 70-Jährige nach eigener Aussage noch lange nicht. Sowohl seine Arbeit als Fernsehmoderator als auch das Leben als Weingutsbesitzer bereiten ihm weiterhin Freude.

Auch wenn er schon als Kind oft bei seinem Großonkel auf dem Gut war, die Gegend als besonders idyllisch empfindet und beruflich regelmäßig in Köln ist, wo „Wer wird Millionär?“ in Hürth aufgezeichnet wird, bleibt für ihn eines klar: Potsdam ist und bleibt sein Zuhause.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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