Fußball

WM-Krimi! So schoss Merino Spanien ins Halbfinale

Last-Minute-Held Merino! Courtois weint nach Torwart-Drama – und Tuchel verrät, was Kane Bayern wirklich gebracht hat.

11.07.2026, 05:00 Uhr

Spanien nach spätem Merino-Tor im WM-Halbfinale

Spanien steht erstmals seit dem Titelgewinn vor 16 Jahren wieder in einem WM-Halbfinale. Im Viertelfinale setzte sich der Europameister mit 2:1 (1:1) gegen Belgien durch. Den entscheidenden Treffer erzielte der eingewechselte Mikel Merino in der 88. Minute. Der Arsenal-Profi nutzte dabei einen Fehler des belgischen Ersatztorwarts Senne Lammens aus, der in der Schlussphase für den angeschlagenen Stammkeeper Thibaut Courtois ins Spiel gekommen war.

Merino zeigte sich nach dem Abpfiff begeistert. Schon im Achtelfinale gegen Portugal hatte er mit seinem Tor den Unterschied gemacht. Mit einem Lächeln sagte er, er scheine sich allmählich daran zu gewöhnen, als Joker zu kommen und kurz vor Schluss das entscheidende Tor zu erzielen. Bereits bei der EM 2024 hatte der ehemalige Dortmunder mit seinem Siegtreffer gegen Deutschland für Aufsehen gesorgt.

Unai Simons Gegentor-Serie reißt

Vor den Zuschauern in Los Angeles brachte Fabián Ruiz Spanien in der 30. Minute in Führung. Belgien glich kurz vor der Pause durch Charles De Ketelaere zum 1:1 aus. Damit war Belgien das erste Team bei dieser XXL-WM, das gegen Spaniens Torhüter Unai Simon traf. Seine beeindruckende Serie ohne Gegentor endete nach 649 Minuten. Für Spanien geht es nun am 14. Juli in Dallas im Halbfinale gegen Mitfavorit Frankreich weiter.

Belgisches Torwart-Drama überschattet das Aus

Besonders bitter verlief der Abend für Belgiens Nummer eins Thibaut Courtois. Nach 71 Minuten musste der Real-Madrid-Keeper gegen seinen Willen vom Feld. Nach eigenen Worten hätte er gern noch einige Minuten weitergespielt. Für ihn kam Senne Lammens von Manchester United, der beim entscheidenden 1:2 unglücklich aussah: Einen Distanzschuss konnte er nur nach vorne abwehren, Merino staubte ab.

WM 2026 - Spanien - Belgien
Tief enttäuscht: Für Thibaut Courtois und Belgien ist die WM vorbei. Quelle: Jae C. Hong/AP/dpa

Courtois nahm seinen Ersatzmann danach in Schutz. Er habe ihn fest gedrückt, mehr könne er im Moment nicht tun, sagte der Routinier. Für einen Torhüter sei so ein Moment besonders hart. Nach dem Spiel war Courtois mit Tränen in den Augen zu sehen. Er erklärte, die Tränen seien aus Frust geflossen, weil er in einer solchen Partie ausgewechselt worden sei, obwohl er sich gut gefühlt und nach dem Ausgleich noch wichtige Paraden gezeigt habe. Letztlich sei es aber die Entscheidung des Trainers gewesen.

Mit nun 21 WM-Einsätzen liegt Courtois in der Rangliste der Torhüter hinter Manuel Neuer, der auf 23 Partien kommt. Ob das Spiel gegen Spanien sein letzter WM-Auftritt für Belgien war, ließ der 34-Jährige offen. Darüber müsse er noch mit dem Trainer und Sportdirektor Vincent Mannaert sprechen.

Tuchel lobt Bayern-Einfluss auf Harry Kane

Vor Englands Viertelfinale gegen Norwegen hat Nationaltrainer Thomas Tuchel die Rolle des FC Bayern für die Entwicklung von Harry Kane hervorgehoben. Laut Tuchel prägt die Münchner Umgebung mit ihrem ständigen Fokus auf Siege die Mentalität eines Spielers. Es gebe dort keine Ausreden, jeder Tag stehe im Zeichen des Gewinnens – und genau das hole das Beste aus Kane heraus.

Der Stürmer, der bei dieser WM bereits sechs Tore erzielt hat, gehört auch im Duell mit Norwegen in Miami zu den zentralen Figuren im englischen Team. In England war zuletzt Kritik an seinem Wechsel nach München vor drei Jahren laut geworden. Der frühere Nationalspieler Michael Owen hatte erklärt, Kane sei eigentlich zu gut für die Bundesliga, die abgesehen von Bayern "sehr durchschnittlich" sei.

Tuchel widersprach indirekt und unterstrich den enormen Wert des 32-Jährigen für England. Kane entscheide immer wieder wichtige Spiele, sagte der Bundestrainer, dem dafür inzwischen fast die Worte fehlten. Er bescheinigte seinem Angreifer die Form seines Lebens, eine starke Teammentalität und großes Verantwortungsbewusstsein. Es sei ein Privileg, ihn trainieren zu dürfen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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