Nach WM-Aus: Kolumbiens Verband verurteilt Drohungen gegen Jaminton Campaz
Der kolumbianische Fußballverband hat Morddrohungen gegen Nationalspieler Jaminton Campaz und dessen Familie publik gemacht und entschieden zurückgewiesen. In einer Erklärung betonte der Verband, dass weder Sportler noch Angehörige eingeschüchtert werden dürften, nur weil sie ihr Land im Wettkampf vertreten.
Nach Angaben von One Football will der 25 Jahre alte Angreifer aus Sicherheitsgründen vorerst nicht in seine Heimat zurückkehren. Campaz hatte im Achtelfinale gegen die Schweiz in der Verlängerung die Möglichkeit auf den entscheidenden Treffer, ehe Kolumbien später im Elfmeterschießen ausschied.
Schmerzhafte Erinnerungen an Andrés Escobar
In Kolumbien wird auf solche Bedrohungen besonders sensibel reagiert. Der Grund dafür liegt in den Ereignissen rund um die WM 1994 in den USA: Damals unterlief Verteidiger Andrés Escobar bei der 1:2-Niederlage gegen das Gastgeberland ein Eigentor. Wenige Tage nach dem Turnier und der Rückkehr der Mannschaft wurde er in Medellín erschossen. Der Fall löste international große Bestürzung aus.
Der nationale Verband forderte die Generalstaatsanwaltschaft auf, die Ermittlungen zur Identifizierung der Verantwortlichen hinter den Drohungen gegen Campaz mit Nachdruck voranzutreiben.
Der bei Rosario Central in Argentinien spielende Offensivmann äußerte sich ebenfalls: Zum Fußball gehörten auch Rückschläge. Zugleich appellierte er an die Menschen in Kolumbien, den gegenseitigen Respekt nicht zu verlieren. Unterschiedliche Meinungen sowie Frust und Trauer seien verständlich, schrieb Campaz, doch keine Leidenschaft dürfe Hass oder ein Leben in Angst rechtfertigen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber