Fußball

Watzke greift ein – brisantes USA-Signal an Völler

Klopp vor DFB-Deal? In den USA steigt der Trainer-Gipfel – Watzke setzt Grenzen, Völler wackelt, Hoeneß überrascht.

07.07.2026, 13:15 Uhr

Der Plan ist klar, doch bis zu einer möglichen Verpflichtung von Jürgen Klopp als Bundestrainer ist noch einiges zu klären. Kurz vor der USA-Reise der DFB-Spitze hat Hans-Joachim Watzke den möglichen Ablauf skizziert. Von einer schnellen Entscheidung geht er allerdings nicht aus. Im ZDF sprach Watzke davon, dass ein Abschluss im Extremfall bis zu vier Wochen dauern könnte.

In der zweiten Hälfte der Woche reisen DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFB-Vize sowie Liga-Chef Watzke nach New York. Dort wollen sie mit Klopp, der bei der WM in den USA weiterhin als Experte für MagentaTV im Einsatz ist, sowie mit dessen Berater Marc Kosicke konkrete Gespräche führen.

Watzke sieht Chancen, aber keine Sicherheit

Watzke machte deutlich, dass es zwar positive Signale gebe, eine Einigung aber noch längst nicht sicher sei. Die Wahrscheinlichkeit, dass Klopp und der DFB zusammenfinden, liege für ihn zwar bei mehr als 50 Prozent. Gleichzeitig warnte er davor, die Sache bereits als entschieden anzusehen.

Auf dem Tisch liegen bei dem Treffen in Manhattan mehrere zentrale Themen: finanzielle Fragen, die Vertragsdauer und die sportliche Ausrichtung. Watzke sprach von erheblichen Hürden. Eine davon ist Klopps laufender Vertrag als "Head of Global Soccer" bei Red Bull, der noch bis 2029 gilt. Eine vorzeitige Freigabe dürfte entsprechend kompliziert und teuer werden.

DFB hat Grenzen bei den Kosten

Auch ein mögliches Engagement beim DFB wäre kostspielig. Im Raum stehen Verträge über zwei oder vier Jahre. Dazu kommen Klopps lukrative Werbepartnerschaften. Watzke betonte deshalb, dass der DFB zwar bereit sei, für einen Trainer dieser Klasse angemessen zu bezahlen, es aber dennoch eine finanzielle Obergrenze gebe.

WM 2026 - Brasilien - Norwegen
Treffen in New York? Ja, weil Jürgen Klopp weiter als Experte für MagentaTV bei den WM-Spielen in den USA aktiv ist. Quelle: Tom Weller/dpa

Klopp ist aus dem Vereinsfußball Spitzengehälter gewohnt, zuletzt beim FC Liverpool. Watzke stellte klar, dass auch beim DFB keine Niedriglöhne gezahlt würden. Wer einen Trainer aus dem obersten Regal holen wolle, müsse entsprechend investieren. Gleichzeitig deutete er an, dass auch Klopp beim Gehalt entgegenkommen müsse. Mit einem Augenzwinkern sprach Watzke von einem "Patriotismus-Abschlag".

Die endgültige Zustimmung zu einer Verpflichtung müssten am Ende die Gesellschaftervertreter und der Aufsichtsrat der DFB GmbH & Co. KG geben.

Keine Alternativen: Klopp bleibt der Wunschkandidat

Nach Angaben Watzkes beschäftigt sich der DFB derzeit nicht mit Ersatzlösungen. Stattdessen soll der Fokus vollständig auf Klopp liegen. Für ihn ist klar: Es geht darum, den bevorzugten Plan umzusetzen und in den Verhandlungen einen tragfähigen Kompromiss zu finden.

Watzke ist überzeugt, dass Klopp nach dem enttäuschenden WM-Auftritt genau der richtige Mann für einen Neuanfang wäre. Er beschrieb ihn als verlässlich, als Trainer mit großer Ausstrahlung und als jemanden, der Spieler besser mache. Seine besondere Stärke sei, dass seine Botschaften in einer Mannschaft Wirkung entfalten und Glauben erzeugen.

Schon jetzt hat Watzke ein Bild davon, wie eine Nationalmannschaft unter Klopp auftreten könnte. Mit Blick auf die Nations-League-Spiele ab dem 24. September gegen die Niederlande, Serbien und Griechenland erwartet er mehr Physis, mehr Intensität und insgesamt eine robustere Spielweise.

Offen ist auch die Zukunft von Rudi Völler

Neben der Trainerfrage gibt es weitere Personalthemen. So bleibt unklar, wie es mit Sportdirektor Rudi Völler weitergeht. Watzke kann sich gut vorstellen, dass Völler und Klopp erfolgreich zusammenarbeiten würden. Laut einem Bericht der "Bild" soll Klopp Völler bereits signalisiert haben, dass er ihn beim DFB gerne behalten und mit ihm arbeiten würde.

Hoeneß bringt Mertesacker ins Gespräch

Auch Uli Hoeneß hat sich inzwischen zur personellen Zukunft im deutschen Fußball geäußert. Der Ehrenpräsident des FC Bayern warb dabei nicht für Klopp, sondern für Per Mertesacker. Aus seiner Sicht wäre der Ex-Weltmeister eine starke Besetzung für eine wichtige Rolle beim DFB.

Hoeneß lobte Mertesackers internationale Erfahrung als ehemaliger Profi sowie dessen Fähigkeiten im Umgang mit Menschen. Zudem sei er jemand, der eine solche Aufgabe nicht aus finanziellen Gründen übernehmen würde, sondern aus Leidenschaft und dem Wunsch heraus, etwas aufzubauen.

Mertesacker selbst hatte während der WM bereits erklärt, dass er sich eine Aufgabe beim DFB grundsätzlich vorstellen könne.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen