Fußball

Balogun startet gegen Belgien: Jetzt zählt’s

Nach Baloguns Rot-Chaos folgt die Wende: FIFA gibt grünes Licht – und Pochettino überrascht Belgien mit ihm in der Startelf.

07.07.2026, 00:39 Uhr

Die US-Nationalmannschaft setzt im WM-Achtelfinale gegen Belgien auf Angreifer Folarin Balogun von Beginn an. Der 25-Jährige steht in der Startformation von Trainer Mauricio Pochettino, nachdem die FIFA die ursprünglich verhängte automatische Sperre für eine Partie zur Bewährung ausgesetzt hatte.

FIFA erklärt umstrittene Balogun-Entscheidung ausführlich

Der Fußball-Weltverband hat sich kurz vor dem Anpfiff der Partie in Seattle erstmals ausführlicher zu dem Fall geäußert. In einer Stellungnahme mit 13 Absätzen schilderte die FIFA die Abläufe aus ihrer Sicht und begründete, warum sie nach eigener Darstellung das Recht hatte, die automatische Mindestsperre anzupassen.

Nach FIFA-Angaben bleibt sowohl die Rote Karte gegen Balogun als auch die daraus folgende automatische Sperre von einer Partie grundsätzlich bestehen. Die Entscheidung des Schiedsrichters sei demnach nicht falsch gewesen. Der Verband betonte aber zugleich, dass er befugt sei, eine Strafe zu verändern und deren Vollstreckung zur Bewährung auszusetzen.

Zur eigentlichen Begründung blieb die FIFA jedoch vage. Demnach sei die Aussetzung der Sperre „unter Berücksichtigung aller besonderen Umstände des Vorfalls sowie der verfügbaren Beweismittel“ beschlossen worden. Welche besonderen Umstände das konkret waren und auf welche Belege sich der Weltverband stützte, wurde nicht offengelegt.

Belgischer Einspruch von der FIFA zurückgewiesen

Damit war Balogun für das Spiel am Dienstag um 2.00 Uhr MESZ in Seattle einsatzberechtigt. Der Einspruch des belgischen Verbands blieb erfolglos. Nach Angaben der FIFA wurde der Antrag als unzulässig eingestuft, weil Belgien nicht Teil des Verfahrens sei und deshalb kein Beschwerderecht gegen die Entscheidung habe.

Ausschlaggebend war demnach, dass sich die Rote Karte auf ein anderes Spiel bezog, an dem Belgien nicht beteiligt war.

Kritik nach Telefonat zwischen Trump und Infantino

Balogun hatte die Rote Karte beim 2:0 der USA gegen Bosnien-Herzegowina gesehen. In der Szene war zunächst nur auf Freistoß entschieden worden, ehe der Videoschiedsrichter eingriff und der Platzverweis folgte.

International hatte der Fall erhebliche Diskussionen ausgelöst. Für besonders scharfe Kritik sorgte, dass vor der Aussetzung der Sperre ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino bekannt geworden war.

Trump erklärte später, er habe lediglich eine erneute Prüfung verlangt, weil er die Szene nicht als Foul bewertet habe. Laut Berichten der New York Times und der Nachrichtenagentur AP bestätigten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen den ungewöhnlichen Ablauf.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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