Völler weist Kritik an Quartier und Trainingsbedingungen zurück
Bei seinem ersten öffentlichen Termin im Teamlager der deutschen Nationalmannschaft in Winston-Salem musste Rudi Völler direkt mehrere heikle Themen einordnen. Der DFB-Sportdirektor sprach über das WM-Quartier, mögliche Langeweile im abgeschiedenen Camp sowie den Zustand des Rasens am Trainingsort.
Diskussion um Hotel und mögliche Lagerkoller-Sorgen
Über das deutsche Teamhotel The Graylyn Estate ist bereits viel spekuliert worden – die Einschätzungen reichen von stilvoller Unterkunft bis hin zu einem etwas abgeschiedenen Anwesen. Auch die Frage, ob den Spielern in North Carolina schnell die Decke auf den Kopf fallen könnte, steht im Raum.
Völler wollte davon jedoch nichts wissen. Das Hotel sei zwar kein luxuriöses Ferienresort, biete aber ein sehr angenehmes Umfeld. Zudem sei es positiv, dass die Mannschaft dort weitgehend für sich sei. Nach seinen Worten wurde außerdem dafür gesorgt, dass die Spieler zwischen den Trainingseinheiten genügend Möglichkeiten zur Beschäftigung haben.
Als großen Pluspunkt nannte Völler – ebenso wie Bundestrainer Julian Nagelsmann – die kurzen Wege zwischen Unterkunft und Trainingsplatz. Klar stellte er auch: Sollte das Turnier enttäuschend verlaufen, dürften die Bedingungen vor Ort nicht als Ausrede dienen. Weder das Trainingsgelände noch das Zentrum seien ein Grund, um im Nachhinein Erklärungen für Misserfolg zu suchen.
Die Debatte über einen möglichen Lagerkoller hält Völler ohnehin für überholt. Mit Blick auf frühere Turniere erinnerte er daran, wie anders die Situation in seiner aktiven Zeit gewesen sei: Damals habe es weder Internet noch Smartphones oder deutsches Fernsehen gegeben. Im Vergleich dazu seien die heutigen Möglichkeiten so vielfältig, dass ein echter Lagerkoller kaum noch vorstellbar sei.

Auch den Vergleich zu früheren DFB-Standorten zog er. Im einstigen Trainingslager in Malente, wo sich unter anderem die Weltmeister von 1974 vorbereitet hatten, seien die Bedingungen deutlich einfacher gewesen. Selbst ein zusätzlicher Pool hätte daran wenig geändert, meinte Völler sinngemäß.
Völler sieht kein großes Problem beim Trainingsrasen
Auch der Platz an der Wake Forest University rückte schnell in den Fokus. Schon nach der ersten Einheit der DFB-Auswahl waren auf dem Rasen sichtbare Spuren zu erkennen. Damit kam erneut die Sorge auf, dass die in den USA übliche Rasenbeschaffenheit – anders als auf vielen europäischen Plätzen – während des Turniers Schwierigkeiten bereiten könnte.
Völler blieb auch hier gelassen. Bei den hohen Temperaturen brauche der Platz vor allem ausreichend Wasser, sagte er, und lobte zugleich die Greenkeeper der Universität. Aus seiner Sicht werde dort sehr sorgfältig gearbeitet.
Zugleich machte er deutlich, dass sich die Nationalspieler bei den WM-Partien ohnehin auf ähnliche Bedingungen einstellen müssten. Der Untergrund könne durchaus trockener oder etwas härter sein als gewohnt. Genau deshalb gebe es keinen Anlass, über die Platzverhältnisse zu klagen. Nach Völlers Einschätzung sollte die Mannschaft die Gegebenheiten annehmen, statt darüber zu jammern.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion