Kimmich war einem Bayern-Abschied offenbar näher als gedacht
Joshua Kimmich stand nach eigenen Aussagen zeitweise deutlich näher vor einem Abschied vom FC Bayern München, als bisher bekannt war. In der ZDF-Dokumentation „Kapitän Kimmich“ berichtet der Nationalspieler, dass sich Paris Saint-Germain vor seiner Vertragsverlängerung im März 2025 intensiv um ihn bemüht habe. Der französische Topclub habe dabei kräftig Druck gemacht und „die Muskeln spielen lassen“, sagte Kimmich.
Nach der titellosen Spielzeit 2023/24 habe die Bayern-Führung um Sportvorstand Max Eberl ihm signalisiert, dass ein Verkauf grundsätzlich denkbar sei. Rückblickend erklärte Kimmich, er habe den Eindruck gehabt, dass die Münchner sehr offen für einen Abgang gewesen seien. Das habe die Bindung zwischen Spieler und Verein nicht gerade gestärkt. Eberl habe ihm klar gesagt, dass ein Wechsel möglich sei, falls Kimmich diesen Schritt gehen wolle.
Auch Eberl bestätigte in der Dokumentation, dass es damals Interesse anderer Clubs gegeben habe. Man habe bei Anfragen keinem Verein pauschal abgesagt.
Verlängerung zunächst kaum vorstellbar
Im Sommer entschied sich Kimmich zwar zunächst für einen Verbleib in München, doch eine Verlängerung seines bis Juni 2025 laufenden Vertrags schien zu diesem Zeitpunkt nahezu ausgeschlossen. Damals habe er nicht gewusst, was passieren müsste, damit er verlängere. Vollständig ausschließen wollte er es nicht, doch er habe die Wahrscheinlichkeit auf etwa fünf Prozent beziffert.
Erst nach starken Auftritten unter Trainer Vincent Kompany kam Bewegung in die Situation. Im Winter beschäftigte sich Kimmich erneut konkret mit einem Wechsel nach Paris. PSG-Sportdirektor Luís Campos reiste dafür sogar nach Deutschland, um ihn persönlich von einem Transfer zu überzeugen.

Auch die Familie prüfte einen Umzug nach Paris
Kimmich sagte, ihn habe die Art der Pariser Verantwortlichen beeindruckt. Ihm sei vermittelt worden, dass er ein wichtiges Puzzleteil und ein erfahrener Führungsspieler für das Projekt sein solle. Das habe ihn nicht unberührt gelassen.
Auch seine Frau Lina setzte sich intensiv mit dem möglichen Wechsel auseinander. Sie schaute sich in Paris Wohngegenden und Häuser an und lernte Trainer Luis Enrique sowie Campos kennen. Laut ihrer Aussage seien alle Beteiligten sehr freundlich gewesen, was die Entscheidung zusätzlich erschwert habe.
Hinzu kam offenbar ein finanziell außergewöhnlich starkes Angebot von PSG. Kimmich selbst sprach von einem „sehr, sehr krassen“ Vorschlag. Aus Sicht Außenstehender, so meinte er, hätte ein Verbleib in München unter diesen Umständen fast unvernünftig wirken können. Wäre allein das Geld entscheidend gewesen, hätte er nach eigener Aussage nicht lange überlegen müssen – dann wäre die Wahl nicht auf Bayern gefallen.
Zwischenzeitlich hatten die Münchner ihr eigenes Vertragsangebot bereits zurückgezogen. Zudem sah sich Kimmich in Medienberichten dem Vorwurf der Geldgier ausgesetzt. Nach einem weiteren Gespräch mit Eberl fiel schließlich die Entscheidung: Am 13. März verlängerte er seinen Vertrag beim FC Bayern bis 2029. Für Lina Kimmich war das nach eigenen Worten vor allem ein Moment der Erleichterung.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion