Wirtschaft

Interhyp-Umfrage: Warum der Immobilienkauf platzt

Wohnungssuche war schon ein Albtraum – jetzt trifft es auch Käufer: Warum der Traum vom Eigenheim für viele plötzlich platzt.

10.06.2026, 05:01 Uhr

Immer mehr Menschen halten Immobilienkauf für kaum finanzierbar

Für viele Menschen in Deutschland rückt der Traum vom Eigenheim in weitere Ferne. Das geht aus einer Befragung des Finanzierungsvermittlers Interhyp unter etwa 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern hervor.

Demnach stufen 46 Prozent die Immobilienpreise in ihrer Region als kaum noch bezahlbar ein. Im Jahr 2025 lag dieser Wert noch bei 39 Prozent. Unter denjenigen, die derzeit konkret einen Kauf planen, ist die Skepsis noch größer: 52 Prozent fühlen sich von den Kosten stark belastet.

Interhyp-Chef Jörg Utecht erklärte, dass der Wunsch nach Wohneigentum zwar weiterhin groß sei, die Finanzierbarkeit für viele Interessenten zuletzt aber spürbar schwieriger geworden sei. Viele Kaufwillige planten inzwischen zwar mit höheren Budgets, zugleich sorgten jedoch die wirtschaftliche Unsicherheit und die Preisentwicklung für Zurückhaltung. Unverändert 5 Prozent der Befragten halten Wohneigentum grundsätzlich für unerschwinglich.

Viele unterschätzen die Zeit fürs Ansparen

Laut der Studie verschätzt sich mehr als die Hälfte der Kaufinteressierten bei der Dauer, die für das Ansparen des nötigen Eigenkapitals erforderlich ist. Tatsächlich brauchte rund ein Drittel der Befragten mehr als zehn Jahre, um genug Geld für Kauf oder Bau einer Immobilie zurückzulegen.

Auch die geplanten Budgets sind gestiegen: Während im Vorjahr im Schnitt noch 349.000 Euro vorgesehen waren, liegt der Durchschnitt nun bei 384.000 Euro.

Rückblickend wirkt der Kauf oft weniger belastend

Wer bereits Wohneigentum erworben hat, blickt offenbar häufig positiver auf die Finanzierung zurück. 76 Prozent dieser Gruppe gaben an, der Immobilienkauf sei im Nachhinein betrachtet mittel bis sehr gut leistbar gewesen.

Interhyp erhebt Daten seit 2011

Für die Untersuchung wurden laut Interhyp rund 1.000 Käuferinnen, Käufer sowie Kaufplanende im Alter zwischen 25 und 65 Jahren befragt. Das Unternehmen beschäftigt etwa 1.600 Mitarbeitende. Angaben zum Nettogewinn macht die nicht börsennotierte Firma nicht. Die regelmäßigen „Wohntraumstudien“ lässt Interhyp bereits seit 2011 durchführen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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