Fußball

Wücks Geburtstagscoup: DFB-Elf siegt in Slowenien

Erst zäh, dann eiskalt: Die DFB-Frauen schlagen in Slowenien souverän zu – und erfüllen Wücks Wunsch auf den Punkt.

09.06.2026, 19:49 Uhr

Die deutschen Fußballerinnen haben Bundestrainer Christian Wück zum Abschluss der WM-Qualifikation einen Auswärtssieg in Slowenien geschenkt. Obwohl das WM-Ticket bereits sicher war und die DFB-Auswahl spielerisch nur phasenweise überzeugte, gewann sie in Ljubljana souverän mit 2:0 (1:0) gegen das Schlusslicht der Gruppe. Sarai Linder brachte Deutschland kurz vor der Pause in Führung (40.), Shekiera Martinez legte nach dem Seitenwechsel nach (50.). Für Wück war es an seinem 53. Geburtstag ein gelungener Abschluss.

Kapitänin Janina Minge sprach danach im ZDF von einem unnötig komplizierten Auftritt: Deutschland habe sich das Leben selbst schwer gemacht, obwohl viele Räume da gewesen seien. Statt einfach zu spielen, habe das Team in der ersten Halbzeit oft die besondere Lösung gesucht. Nach der Pause sei es dann deutlich besser geworden. Wück zeigte sich trotz fehlender Glanzpunkte zufrieden. Man dürfe den späten Zeitpunkt der Saison und die Müdigkeit vieler Spielerinnen nicht vergessen, erklärte der Bundestrainer. Es sei zwar keine Glanzleistung gewesen, insgesamt aber ein souveräner Auftritt.

Viel Rotation in der Startelf

Vor dem Anpfiff hatte Wück gefordert, seine Mannschaft müsse die Partie mit der nötigen Seriosität angehen. Entsprechend veränderte er seine Anfangsformation kräftig: Im Vergleich zum 2:0 gegen Norwegen standen nur Carlotta Wamser, Elisa Senß und Klara Bühl erneut von Beginn an auf dem Platz. Wück setzte damit auf acht Wechsel und hoffte, dass die neu zusammengestellte Elf schnell zueinanderfinden würde. Doch vor allem in der ersten Halbzeit blieb vieles Stückwerk.

Deutschland tat sich gegen tief verteidigende Sloweninnen lange schwer. Schon im Hinspiel hatte der Gegner beim 0:5 kaum eine Chance gehabt, diesmal aber kam das DFB-Team im Stadion Stozice zunächst kaum ins Rollen. Viele Quer- und Sicherheitspässe prägten das Spiel, es fehlten Tempo, Tiefgang und klare Torchancen.

Auch die personell veränderte Offensive fand nur schwer Zugriff. Vivien Endemann, Shekiera Martinez und Melissa Kössler kamen kaum zur Entfaltung, weil es dem deutschen Spiel an Dynamik fehlte. Im Mittelfeld konnte auch Lisanne Gräwe zunächst nur wenige Akzente setzen.

Linder trifft nach Ecke zur Führung

Slowenien konzentrierte sich auf Konter und hätte beinahe selbst die Führung erzielt, doch ein Treffer von Maja Sternad wurde wegen Abseits aberkannt. Wenig später unterlief DFB-Torhüterin Ena Mahmutovic, die Ann-Katrin Berger ansonsten gut vertrat, ein Fehlpass. Die frühere Bundesliga-Spielerin Prasnikar schloss sofort ab, ihr Schuss war jedoch zu zentral, sodass Mahmutovic noch klären konnte.

Kurz vor der Pause fiel dann doch das 1:0 für Deutschland. Nach einer scharf hereingetretenen Ecke von Klara Bühl verlängerte Prasnikar den Ball unglücklich in Richtung eigenes Tor. Da Sarai Linder die Hereingabe zuvor noch leicht per Kopf berührt hatte, wurde ihr der Treffer gutgeschrieben.

Wechsel nach der Pause zeigen Wirkung

Zur zweiten Halbzeit reagierte Wück auf den eher zähen Auftritt und brachte mit Selina Cerci, Larissa Mühlhaus und Sophia Kleinherne drei frische Kräfte. Mühlhaus setzte mit einem Distanzschuss gleich ein erstes Zeichen. Wenig später profitierte Deutschland von einem Fehler der slowenischen Torhüterin Zala Mersnik, die einen Abschluss von Kössler nach vorne abprallen ließ. Martinez war zur Stelle und staubte zum 2:0 ab. Kurz danach verpasste Endemann sogar noch das mögliche dritte Tor.

Mit zunehmender Spielzeit ließ Slowenien nach, und Deutschland hatte die Partie nun sicher im Griff. Mit etwas mehr Konsequenz im Abschluss hätte der Sieg noch höher ausfallen können. In der ruhigen Schlussphase nutzte Wück die Gelegenheit für weitere Wechsel, unter anderem kamen auch Jule Brand und Sjoeke Nüsken noch zum Einsatz.

Am Ende stand ein ungefährdeter Erfolg und ein gelungener Abschluss der Qualifikation. Mit 16 von 18 möglichen Punkten beendet die deutsche Mannschaft die Runde überzeugend.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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