Borussia Dortmund richtet den Blick vor dem Bundesliga-Gipfel gegen den FC Bayern zunächst konsequent auf den DFB-Pokal. Unmittelbar nach dem 1:0-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt wollte beim BVB niemand über das Duell mit München sprechen. Trainer Niko Kovac machte deutlich, dass zunächst das Heimspiel gegen Werder Bremen am Dienstag im Mittelpunkt steht. Erst danach sei Zeit, sich mit Bayern zu befassen.
Auch Geschäftsführer Lars Ricken schlug in die gleiche Kerbe. Angesichts des engen Spielplans gebe es kaum Gelegenheit, vorauszudenken. Der Fokus liege vollständig auf Bremen, denn im Pokal wolle Dortmund unbedingt die nächste Runde erreichen.
Kovac will Kräfte gezielt einteilen
Der BVB hangelt sich derzeit von Partie zu Partie durch ein dichtes Programm. Innerhalb von weniger als vier Wochen stehen insgesamt neun Pflichtspiele an. Hinzu kamen zuletzt lange Reisen nach Bodö, Berlin und Baku, sodass die Belastung für die Mannschaft enorm ist.
Kovac betonte deshalb, dass die Einsatzzeiten gemeinsam mit Athletiktrainern und Medizinern genau abgestimmt würden. Die Belastung müsse sinnvoll gesteuert werden. Gleichzeitig zeigte sich der Dortmunder Coach entspannt, weil der Kader breit genug besetzt sei. Er traue jedem Spieler zu, auf hohem Niveau abzuliefern.
Trotz Reisestrapazen präsentiert sich der BVB stabil
Die bevorstehende Woche könnte für Dortmund in der noch jungen Saison besonders wichtig werden. Im Pokal wartet mit Werder Bremen ein anspruchsvolles Heimspiel, das richtungsweisend sein dürfte. Gerade im DFB-Pokal blieb der BVB in den vergangenen Jahren hinter den eigenen Ansprüchen zurück: Seit dem Titelgewinn 2020/21 war spätestens im Viertelfinale Schluss.

Beim Sieg gegen Frankfurt zeigte die Mannschaft jedoch, dass sie körperlich trotz der vielen Belastungen in guter Verfassung ist. Über weite Strecken kontrollierte Dortmund das Spiel, ehe Maximilian Beier in der 80. Minute das entscheidende Tor erzielte. Noch klarer hätte das Ergebnis ausfallen können, doch Serhou Guirassy ließ mehrere gute Chancen ungenutzt.
Defensive als bisheriger Trumpf
Ein wesentlicher Grund für den erfolgreichen Saisonstart ist die defensive Stabilität. In den ersten sieben Bundesliga-Spielen blieb Dortmund fünfmal ohne Gegentor. Mit nur vier kassierten Treffern stellt der BVB bislang die beste Abwehr der Liga.
Innenverteidiger Nico Schlotterbeck zeigte sich nach dem Frankfurt-Spiel entsprechend zufrieden. In der ersten Halbzeit habe man noch etwas zugelassen, nach der Pause dann praktisch nichts mehr. Insgesamt wirke die Mannschaft derzeit sehr gefestigt.
Werder im Pokal als unangenehme Aufgabe
Leicht wird die Aufgabe gegen Bremen dennoch nicht. Vor allem Niclas Füllkrug dürfte die Dortmunder Defensive fordern. Erst vor gut zwei Wochen war Werder bereits in Dortmund zu Gast und sorgte mit zwei Treffern für den bislang einzigen Punktverlust des BVB im eigenen Stadion in dieser Bundesliga-Saison.
Erst wenn das Pokalduell mit den Bremern überstanden ist, kann sich Dortmund ganz auf den nächsten Kracher konzentrieren: das Bundesliga-Topspiel am Samstagabend gegen den FC Bayern. Viel Zeit zur Vorbereitung wird dem BVB nach dem Pokalspiel allerdings auch dafür nicht bleiben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber