Ukraine

Ukraine: Starlink zurück – doch Musk warnt plötzlich

Starlink läuft für die Ukraine wieder – doch warum weist Kiew Musks brisante Vorwürfe so scharf zurück?

25.10.2026, 12:10 Uhr

Die Ukraine hat nach mehreren Tagen mit Problemen beim Satelliteninternet wieder vollen Zugriff auf die US-Dienste Starlink und Starshield. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, beide Systeme liefen nun wieder mit der gewohnten Leistung. Diese Geschwindigkeit sei besonders wichtig für die Versorgung der Truppen an der Front sowie für den Schutz vor russischen Raketenangriffen.

Zuvor hatte bereits Verteidigungsminister Jewhenij Chmara erklärt, dass die Verbindung wieder stabil sei. Nach seinen Angaben liege die gemessene Übertragungsrate wieder auf hohem Niveau. Gleichzeitig wies die ukrainische Führung Vorwürfe von Tech-Unternehmer Elon Musk zurück, wonach Starlink für offensive Militäreinsätze genutzt worden sei.

Selenskyjs Berater für Verteidigungstechnologien, Serhij Beskrestnow alias "Flash", erklärte, die Ukraine habe Starlink technisch gar nicht für Angriffe einsetzen können. Auf Facebook äußerte er zudem Verwunderung darüber, dass Musk angeblich nichts von den Einschränkungen des Dienstes in der Ukraine gewusst habe.

Musk wirft der Ukraine Verstoß gegen Regeln vor

Musk hatte auf seiner Plattform X geschrieben, Kiew habe die Nutzungsbedingungen verletzt, indem Starlink für Angriffe verwendet worden sei, bei denen Menschen getötet werden sollten. Belege, konkrete Vorfälle oder Zeitangaben nannte er jedoch nicht. Zugleich erklärte er, diese Lücke sei in der vergangenen Woche geschlossen worden.

Starlink gehört zum Raumfahrtunternehmen SpaceX und ist laut Musk ein kommerzieller Dienst, der für zivile Zwecke und zur Verteidigung gedacht sei, nicht aber für offensive militärische Operationen. Starshield wiederum ist der militärische Ableger, der nach Musks Darstellung unter Kontrolle der US-Regierung steht.

Ukraine-Krieg - Präsident Wolodymyr Selenskyj
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den USA für die Wiederherstellung der Starlink-Verbindung gedankt und fordert nun erneut die Lieferung bereits zugesagter Flugabwehrraketen. (Archivbild) Quelle: Cornelius Poppe/NTB Scanpix/AP/dpa

In den vergangenen Tagen hatte die Ukraine wiederholt beklagt, dass die Leistung des US-Satelliteninternets eingeschränkt worden sei. Unklar blieb zunächst, wer genau für diese Drosselung verantwortlich war.

Musk betonte zugleich, Starlink bleibe unverzichtbar für die ukrainische Verteidigung. Ohne das System würde die Front nach seiner Einschätzung sofort zusammenbrechen. Er stellte dabei klar, dass dies nicht als Drohung zu verstehen sei, sondern als Beschreibung der Lage.

Selenskyj dringt weiter auf Flugabwehrraketen

Nach der Wiederherstellung der Verbindung bedankte sich Selenskyj zwar bei den USA, mahnte aber erneut die Lieferung bereits zugesagter Flugabwehrraketen an. In einer Videobotschaft sagte er, es gebe noch immer Hilfspakete aus den USA und von europäischen Partnern, auf die die Ukraine warte, obwohl politische Entscheidungen dazu längst getroffen worden seien.

Selenskyj hatte zuletzt mehrfach kritisiert, dass zugesagte und bereits bezahlte Raketen aus den USA nicht geliefert würden. Nach ukrainischen Angaben werden vor allem Flugabwehrraketen für die Patriot-Systeme dringend benötigt, um russische Angriffe mit ballistischen Raketen abzuwehren.

Über Telegram erklärte Selenskyj zudem, Russland bringe nahezu täglich Tod und Zerstörung über die Ukraine. Er berichtete erneut von Toten und Verletzten infolge der Angriffe.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher Unterstützung gegen den russischen Angriffskrieg. Nach ukrainischen Gegenangriffen meldeten auch russische Behörden zuletzt Tote, Verletzte und Schäden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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