Fußball

Nagelsmanns Coup – und was Hummels jetzt droht

Nach dem 7:1 fliegt der DFB sofort ins Basiscamp zurück – und im Flieger wartet schon die nächste wichtige Nachricht.

15.06.2026, 04:49 Uhr

Die deutschen Fußballer sind nach dem eindrucksvollen 7:1 zum WM-Start gegen Curaçao wieder in ihrem Quartier in Winston-Salem angekommen. Die DFB-Charter landete am Abend Ortszeit auf dem Smith Reynolds Airport, an Bord waren auch einige Partnerinnen und Kinder der Spieler. Im Teamhotel Graylyn Estate wurde die Mannschaft nach der Rückkehr sogar noch vom Personal bejubelt.

Bundestrainer Julian Nagelsmann zeigte sich nach seinem gelungenen WM-Einstand als Trainer hochzufrieden und gönnte seinem Team erst einmal bewusst eine kleine Auszeit. Nach dem starken Auftakt dürfen die Spieler nun durchatmen, Zeit mit ihren Familien verbringen und die ersten Turniererfolge genießen.

Erst Erholung, dann der Fokus auf die Elfenbeinküste

Am Tag nach der Rückkehr stand wie angekündigt nur für die Reservisten eine Trainingseinheit an, während die eingesetzten Profis regenerieren sollten. Anschließend folgt ein komplett freier Tag mit Ausgang und Familienzeit. Erst ab Mitte der Woche richtet sich der volle Blick auf den nächsten Gegner.

Dann wartet am Samstag um 22.00 Uhr MESZ in Toronto das wohl vorentscheidende Spiel um den Gruppensieg gegen die Elfenbeinküste. Zu sehen ist die Partie im ZDF und bei MagentaTV.

Die Ivorer setzten sich während des deutschen Rückflugs in Philadelphia durch ein spätes 1:0 gegen Ecuador durch. Das Team aus Afrika, in dem auch der Leipziger Jungstar Yan Diomande eine wichtige Rolle spielt, dürfte für Deutschland ein deutlich härterer Prüfstein werden als Curaçao.

Nagelsmann warnt vor zu viel Euphorie

Trotz des klaren Auftaktsiegs will Nagelsmann keine Selbstzufriedenheit aufkommen lassen. Die Mannschaft werde die verbleibenden Gruppenspiele keinesfalls locker angehen, betonte der Bundestrainer. Sein Ansatz bleibt, nur von Aufgabe zu Aufgabe zu denken und sich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.

Zugleich ordnete er das 7:1 sachlich ein. Curaçao sei zwar kein Maßstab für die Titelvergabe gewesen, dennoch müsse man sieben Tore auf diesem Niveau erst einmal erzielen. Besonders zufrieden war Nagelsmann mit der Vielfalt im Offensivspiel: Deutschland traf nach Standards, aus Ballbesitz und nach Umschaltsituationen.

Auch der Mix der Torschützen gefiel ihm. Mit Felix Nmecha, Nathaniel Brown und Deniz Undav trafen gleich mehrere WM-Debütanten. Dazu kamen Kai Havertz mit einem Doppelpack sowie Jamal Musiala und Nico Schlotterbeck.

Neuer mahnt zur richtigen Einordnung

Das Ergebnis weckte natürlich Erinnerungen an das legendäre 7:1 gegen Brasilien bei der WM 2014. Manuel Neuer, damals wie heute dabei, bremste die Vergleiche jedoch. Ein solch klarer Turnierstart gebe Selbstvertrauen und Ruhe, sagte der Torhüter nach seinem DFB-Comeback – zugleich sei allen klar, dass dieses Spiel nicht mit einem WM-Halbfinale zu vergleichen sei.

Neuer sieht im aktuellen Kader aber beste Voraussetzungen für ein erfolgreiches Turnier. Energie, Zusammenhalt und Charakter seien in der Mannschaft deutlich spürbar. Verzichten muss Deutschland allerdings weiter auf die verletzten Serge Gnabry und Lennart Karl.

Vertrauen in junge Spieler wächst weiter

Nagelsmanns Entscheidungen zahlen sich bislang aus. Der Mut mit dem noch unerfahrenen Nathaniel Brown, das lange Festhalten an dem im Frühjahr noch verletzten Felix Nmecha und das große Vertrauen in Jamal Musiala wurden gegen Curaçao belohnt.

Mit dem Sieg setzte Deutschland seine starke Serie fort und gewann zum zehnten Mal nacheinander. Selbst die kurze Phase rund um das zwischenzeitliche 1:1 wertete Nagelsmann im Nachhinein als wichtigen Test dafür, wie seine Mannschaft mit Rückschlägen umgeht.

Ex-Nationalspieler Mats Hummels traut Deutschland trotz des knappen ivorischen Erfolgs bereits den Gruppensieg zu. Gleichzeitig warnte auch er davor, den Auftaktgegner zu hoch zu bewerten – sowohl die Elfenbeinküste als auch Ecuador seien wesentlich anspruchsvollere Gegner als Curaçao.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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