Bayern

Warum deutscher Hopfen jetzt Kulturerbe ist

Bayerns Hopfen ist jetzt Kulturerbe: Warum die Bierpflanze plötzlich in einem Atemzug mit Schmiedekunst genannt wird

24.06.2026, 17:05 Uhr

Hopfenanbau in Deutschland als immaterielles Kulturerbe anerkannt

Der Hopfenanbau in Deutschland zählt nun zum immateriellen Kulturerbe. Wie das bayerische Heimat- und Staatsministerium mitteilte, umfasst dies die gesamte Tradition rund um den Anbau: von der Pflege der Pflanzen über Bau und Instandhaltung der Hopfengärten bis zur Ernte, Verarbeitung der Dolden und dem Vertrieb an die Brauereien.

Die wichtigsten deutschen Anbaugebiete liegen in der Hallertau. Weitere Regionen sind Tettnang, Spalt, Elbe-Saale und Bitburg. In München wurden bei einer Feierstunde insgesamt elf von 21 neuen Einträgen in das Unesco-Verzeichnis durch Heimatminister Albert Füracker (CSU) gewürdigt.

Weitere Neuaufnahmen aus Bayern

Füracker betonte, das immaterielle Kulturerbe präge Bayern in besonderer Weise. Bräuche, Traditionen sowie überliefertes Wissen und handwerkliches Können seien feste Bestandteile des Alltags und stärkten den Zusammenhalt über Generationen hinweg.

Neben dem Hopfenanbau wurden auch weitere Kulturformen neu aufgenommen. Dazu gehören unter anderem die traditionelle Schmiedekunst, die Bewahrung und Präsentation der "Wischauer Tracht" aus dem 16. Jahrhundert sowie die "Künstlervereinigung Dachau". Hinzu kamen sieben weitere neue Kulturformen, die ebenfalls eine Aufnahmeurkunde erhielten.

Unesco rückt lebendige Traditionen in den Mittelpunkt

Seit 2003 hebt die Unesco immaterielle Kulturformen besonders hervor. Ziel ist es, überliefertes Wissen und Können sichtbar zu machen und deren Erhalt sowie Weiterentwicklung zu fördern. Weltweit sind bislang 185 Staaten dem entsprechenden Unesco-Übereinkommen beigetreten.

Deutschland gehört dem Abkommen seit 2013 an. Zusätzlich zum bundesweiten Verzeichnis führt Bayern auch ein eigenes Landesverzeichnis. Die nächste Möglichkeit zur Bewerbung für beide Listen ist erst wieder im Jahr 2028 vorgesehen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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