Wirtschaft

Rheinmetall-Aktie stürzt in 9 Monaten um 50% ab

Vom Kriegsgewinner zum Börsen-Sorgenkind: Warum Rheinmetall plötzlich abstürzt – und was jetzt hinter dem Kursrutsch steckt.

24.06.2026, 16:20 Uhr

Nachdem sich die Hoffnungen auf einen großen Fregattenauftrag zerschlagen haben, gerät Rheinmetall an der Börse weiter unter Druck. Noch im Herbst war eine Aktie des Düsseldorfer Rüstungskonzerns mehr als 2000 Euro wert gewesen – rund 20-mal so viel wie vor Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022. Seither ging es schrittweise abwärts. Beobachter fragen inzwischen, ob sich das Unternehmen mit seinen prall gefüllten Auftragsbüchern und der Expansion in mehrere Bereiche womöglich übernommen hat. Zusätzlichen Druck brachte nun eine Nachricht aus dem erst kürzlich ausgebauten Schiffsgeschäft.

Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums wird der geplante Bau von sechs Fregatten nicht weiterverfolgt. Der Auftrag lag ursprünglich beim niederländischen Unternehmen Damen, das Projekt galt jedoch als problematisch. Rheinmetall hatte sich in diesem Zusammenhang Chancen ausgerechnet, geht nun aber leer aus.

Stattdessen will die Bundesregierung andere Fregatten beim U-Boot-Hersteller TKMS beschaffen. Während die Aktie von TKMS zulegen konnte, verlor Rheinmetall am Mittwoch zeitweise rund 20 Prozent. Anfang Oktober hatte das Papier noch 2008 Euro erreicht, aktuell liegt es nur noch bei etwa 950 Euro.

Was Rheinmetall im Portfolio hat

Rheinmetall produziert unter anderem Panzer, Artillerie, Flugabwehrsysteme, Munition, Militär-Lastwagen und weitere Rüstungsgüter. Zudem setzt der Konzern verstärkt auf Drohnen, die militärische Einheiten unterstützen sollen. Neu hinzugekommen ist auch das Geschäft mit Weltraumsatelliten, die möglichst präzise Aufnahmen feindlicher Truppenbewegungen und militärischer Anlagen liefern sollen.

Anfang März übernahm Rheinmetall außerdem die Marinesparte von Lürssen und ist damit inzwischen auch im Schiffbau aktiv. Auf der Pariser Rüstungsmesse Eurosatory stellte das Unternehmen kürzlich erstmals ein Wasserfahrzeug aus diesem Bereich vor: ein 8,50 Meter langes Drohnenboot der neuen Marinetochter.

Trotz der jüngsten Kursverluste sehen einige Analysten weiterhin erhebliches Potenzial für die Aktie. Das Bankhaus Metzler etwa nennt ein Kursziel von 2180 Euro. Das wäre mehr als doppelt so viel wie derzeit und zugleich höher als jeder bisher erreichte Stand. Rheinmetall hat seinen Sitz in Düsseldorf, das größte Werk befindet sich im niedersächsischen Unterlüß.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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