Die deutsche Nationalmannschaft kann den Ausfall von Nachwuchsspieler Lennart Karl nach Ansicht von Thomas Müller auffangen. Für den 18-Jährigen vom FC Bayern sei das Verpassen seiner ersten Weltmeisterschaft zwar persönlich sehr schmerzhaft, sagte Müller. Auf die Erfolgsaussichten des DFB-Teams habe die Verletzung seiner Meinung nach jedoch keinen entscheidenden Einfluss. Deutschland sei selten von einer einzelnen Person abhängig gewesen, betonte der 36-Jährige. Vor allem in der Offensive verfüge Bundestrainer Julian Nagelsmann über mehrere Alternativen.
Karl hatte sich im Training einen Muskelbündelriss im linken Oberschenkel zugezogen. Für den betroffenen Spieler sei so etwas zunächst "eine Katastrophe", räumte Müller ein.
Müller sieht auch eine Chance im Rückschlag
Gleichzeitig gehöre der Umgang mit solchen Situationen zum Profisport, sagte Müller bei einem Termin in München. Herausforderungen seien Teil der Karriere, und Verletzungen könnten auch ein Anlass sein, Dinge zu verändern, neu anzusetzen und gestärkt zurückzukehren. Dass im Leistungssport jederzeit etwas passieren könne, sei nun einmal Realität.
Karl ist inzwischen nach Deutschland zurückgereist. Für ihn wurde Assan Ouédraogo (20) von RB Leipzig in den Kader berufen. Die Entscheidung von Nagelsmann hatte bei einigen Fans Kritik ausgelöst, weil stattdessen auch Kölns Saïd El Mala als Kandidat gehandelt worden war. Müller zeigte Verständnis für diese Reaktionen. Gerade junge Überraschungsspieler und besondere Typen übten oft eine große Faszination aus. Trotzdem halte er die Wahl für Ouédraogo für absolut nachvollziehbar.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion