Matthäus und Lahm kritisieren späte Kaderbekanntgabe
Die früheren DFB-Kapitäne Lothar Matthäus und Philipp Lahm sehen den Termin für die Verkündung des deutschen WM-Aufgebots kritisch. Aus ihrer Sicht kommt die Bekanntgabe am 21. Mai zu einem ungünstigen Zeitpunkt, weil nur zwei Tage später das DFB-Pokalfinale zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern ansteht.
Matthäus sagte im gemeinsamen Interview für das WM-Sonderheft der Sport Bild, dass eine so kurzfristige Entscheidung vor einem wichtigen Endspiel problematisch sei. Schließlich könnten Spieler betroffen sein, die auf eine WM-Teilnahme gehofft hätten und durch eine Nichtberücksichtigung unmittelbar vor dem Finale enttäuscht würden.
Auch Lahm teilt diese Einschätzung. Der Weltmeister von 2014 betonte, dass Profis zwar mit solchen Situationen umgehen müssten, eine Nichtnominierung die Spieler aber dennoch belaste.
Matthäus sieht psychologisches Problem
Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte die Bekanntgabe des 26-köpfigen Kaders für die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko vom 12. auf den 21. Mai verschoben. Hintergrund war, dass er zunächst noch den letzten Bundesliga-Spieltag abwarten wollte, um weitere Eindrücke von möglichen WM-Kandidaten zu gewinnen.
Matthäus hält diese Planung dennoch für fragwürdig. Aus psychologischer Sicht sei der Termin aus seiner Sicht nicht glücklich gewählt. Er meinte, bei der Festlegung solcher Daten müsse stärker berücksichtigt werden, welche Vereine mit Nationalspielern kurz darauf noch bedeutende Partien hätten. Seiner Meinung nach wäre eine Bekanntgabe nach dem Pokalfinale sinnvoller gewesen. Die Terminierung solcher Entscheidungen sei ihm schon seit Langem ein Ärgernis.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion