Fußball

276. Frankenderby: Drama pur – Fürth und der «Club» hadern

Fürth brennt im Derby früh lichterloh – doch dann kippt alles: Nach dem 1:1 ist plötzlich Kloses Club dem Sieg ganz nah.

03.05.2026, 16:50 Uhr

Nach dem Abpfiff waren die Spieler der SpVgg Greuther Fürth und des 1. FC Nürnberg sichtlich am Ende. Beim 276. Frankenderby hatte das 1:1 (1:1) bei sommerlichen Bedingungen viel Energie gekostet. Wie schon beim 2:2 im Hinspiel blieb auch das zweite Duell der beiden Erzrivalen in dieser Zweitliga-Saison ohne Sieger.

Fürth konnte mit dem Punkt am Ende nur wenig anfangen. Im Kampf gegen den Abstieg reichte das Remis nicht, um vor den letzten beiden Spieltagen vom vorletzten Tabellenplatz wegzukommen. Trainer Heiko Vogel sprach unmittelbar nach dem Spiel von einem Gefühl "wie nach einer Niederlage". Damit bleibt die Lage angespannt – vieles könnte nun auf ein Endspiel am 34. Spieltag gegen Fortuna Düsseldorf hinauslaufen.

Klose fordert in der Pause mehr Haltung

Auf Nürnberger Seite überwog vor allem der Ärger über die schwache erste Hälfte. Trainer Miroslav Klose sagte, man habe sich das Derby ganz anders vorgestellt – mit mehr Offensivaktionen und mehr Intensität. In der Kabine habe er deshalb in der Halbzeit vor allem die Einstellung seiner Mannschaft angesprochen.

Vor ausverkauftem Haus im Ronhof mit 16.126 Zuschauern erwischte Fürth zunächst den klar besseren Start. Noel Futkeu brachte die Gastgeber in der 13. Minute verdient in Führung. Doch praktisch mit dem Pausenpfiff gelang Nürnbergs Kapitän Fabio Gruber der schmeichelhafte Ausgleich zum 1:1 (45.+3). Danach wirkte der FCN dem Sieg näher.

Fürth dominiert zunächst, Nürnberg kommt zurück

FCN-Torhüter Jan Reichert fasste die Partie knapp zusammen: Die erste Halbzeit habe Fürth gehört, die zweite eher Nürnberg. Nach dem Schlusspfiff sorgte Reichert mit einem Jubel in Richtung der Fürther Fans zusätzlich für Emotionen.

Schon vor dem Anpfiff hatte eine grün-weiße Rauchwolke aus dem Fürther Block die Derby-Stimmung unterstrichen. Auf dem Feld legten die Gastgeber ebenso engagiert los. Felix Higl verpasste zunächst die Führung, ehe Futkeu nach einem Ballverlust von Rafael Lubach im Nachsetzen zum 1:0 traf.

Fast hätte der auffällige Futkeu, der im Sommer zu Eintracht Frankfurt zurückkehrt, in der 28. Minute nachgelegt. Diesmal reagierte Reichert jedoch stark und rettete mit dem Fuß. Vogel bemängelte später, dass seine Mannschaft es versäumt habe, schon vor der Pause für klarere Verhältnisse zu sorgen. Mindestens ein weiteres Tor sei möglich gewesen. Besonders bitter aus Fürther Sicht: Der Ausgleich fiel zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt kurz vor dem Gang in die Kabine.

Der Ausgleich verändert das Spiel

Bis dahin war Fürth aggressiver, zielstrebiger und offensiv präsenter. Nürnberg kam dagegen kaum zur Entfaltung – und traf dann doch aus dem Nichts. Nachdem Fürths Keeper Silas Prüfrock einen Abschluss von Luka Lotschoschwili noch stark abgewehrt hatte, stocherte Gruber den Ball im Nachsetzen über die Linie. Trotz seines Treffers zeigte sich auch der Kapitän selbstkritisch und bezeichnete den ersten Durchgang als unzureichend. Immerhin sei das Tor ein Weckruf für sein Team gewesen.

Für Fürth hatte der späte Gegentreffer dagegen spürbare Wirkung. Nach dem Seitenwechsel übernahm Nürnberg mehr und mehr die Kontrolle. Finn Becker ließ gleich zweimal gute Chancen ungenutzt (55./85.), auch Julian Justvan verpasste das mögliche 2:1 (57.). Auf der anderen Seite hatte Dennis Srbeny die große Gelegenheit für Fürth, scheiterte jedoch an Reichert (77.). Zu einem späten Lucky Punch reichte es am Ende bei keiner Mannschaft mehr.

Unzufriedenheit auf beiden Seiten

Nürnbergs bester Akteur war über weite Strecken Fabio Gruber – und dennoch verließ auch er den Ronhof verärgert. Ein Derby wolle man immer gewinnen, sagte der Abwehrspieler. Das Unentschieden nerve, zumal Nürnberg in der zweiten Halbzeit eigentlich genug Möglichkeiten gehabt habe, das Spiel für sich zu entscheiden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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