Wirtschaft

Ölpreis-Sturz: Wird Tanken und Heizen jetzt günstiger?

Ölpreise im freien Fall: Warum Tanken und Heizen jetzt billiger werden – und bald noch mehr Verbraucher profitieren

25.06.2026, 13:00 Uhr

Ölpreise fallen deutlich: Entspannung am Markt, Hoffnung für Verbraucher

Die Ölpreise am Weltmarkt kennen seit Monatsbeginn vor allem eine Richtung: abwärts. In den vergangenen zwei Wochen hat sich dieser Rückgang noch verstärkt. Der für Europa wichtige Brent-Preis aus der Nordsee sackte zwischenzeitlich auf 72,24 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) ab. Damit erreichte Rohöl den niedrigsten Stand seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar.

Warum geben die Ölpreise so stark nach?

Als zentraler Grund gilt die wachsende Zuversicht, dass sich der Iran-Krieg entschärfen könnte. Marktbeobachter verweisen dabei vor allem auf die Gespräche zwischen den USA und dem Iran. Nach ersten Verhandlungen hatten beide Seiten Fortschritte gemeldet, auch wenn ihre Einschätzungen teilweise voneinander abwichen.

Im Zuge eines ersten Rahmenabkommens konnten wieder mehr Öltanker die Straße von Hormus passieren. Die zeitweise Blockade dieser für den Welthandel entscheidenden Meerenge hatte den Ölpreis im März noch zeitweise auf mehr als 120 Dollar je Barrel steigen lassen.

Fachleute der Dekabank sehen noch einen weiteren Faktor für den jüngsten Preisrutsch: die Ölbestände im Iran. Sollten die US-Sanktionen dauerhaft gelockert werden, könnten die dort angesammelten Reserven zusätzlich auf den Markt kommen und das Angebot erhöhen.

Kommt der Rückgang auch an den Tankstellen an?

Die Entwicklung am Rohölmarkt beeinflusst die Kraftstoffpreise maßgeblich. Nach Angaben des ADAC war Diesel bereits am vergangenen Wochenende zeitweise wieder günstiger als vor Ausbruch des Krieges. Für einen Liter wurden dabei etwa 1,73 Euro fällig. Seitdem sind die Dieselpreise weiter gesunken.

Allerdings endet der Tankrabatt zum Monatsende. Dadurch werden die Steuern pro Liter nicht mehr um 16,7 Cent reduziert, was die Spritpreise wieder nach oben treiben dürfte. Die Entlastung durch die zuletzt gesunkenen Ölpreise könnte diesen Effekt jedoch zumindest teilweise abfedern. Üblicherweise kommen Preisbewegungen am Weltmarkt ohnehin erst mit etwas Verzögerung bei den Tankstellen an.

Auch Heizöl wird günstiger

Trotz sommerlicher Temperaturen könnte die jüngste Entwicklung für Verbraucher mit Blick auf den nächsten Winter interessant sein. Die Chancen steigen, dass die kommende Heizsaison weniger teuer ausfällt als zunächst befürchtet.

Das Portal Heizoel24 meldete am Donnerstagvormittag einen Preis von 110,90 Euro je 100 Liter Heizöl. Im April hatte dieser noch bei mehr als 150 Euro gelegen. Seither ist auch hier ein stetiger Rückgang zu beobachten.

Welche Folgen hat das für die Inflation?

Die niedrigeren Energiepreise dürften viele Haushalte entlasten. In der ersten Phase des Iran-Kriegs hatte eine Schufa-Umfrage gezeigt, dass rund drei Viertel der Befragten mit steigenden Spritpreisen rechneten und zugleich eine höhere Inflation befürchteten.

Im April war die Inflationsrate in Deutschland im Zuge des Konflikts auf 2,9 Prozent gestiegen. Zuletzt entspannte sich die Lage etwas, was vor allem auf sinkende Energiepreise zurückgeführt wird. Nach aktuellen Daten lag die Teuerung im Mai nur noch bei 2,6 Prozent. Der anhaltende Rückgang der Ölpreise könnte die Inflation in den kommenden Monaten zusätzlich dämpfen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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