Wetter

Hitze-Alarm: Immer mehr Rettungseinsätze

Wenn die Hitze zuschlägt: Warum jetzt mehr Menschen kollabieren – und wie Kliniken und Pflegeheime reagieren.

25.06.2026, 12:49 Uhr

Anhaltende Hitze sorgt in Bayern für mehr Einsätze bei Rettungsdiensten und zusätzliche Behandlungen in Kliniken. Nach Angaben des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) müssen Sanitäter derzeit häufiger wegen Sonnenstich, Hitzeschlag, Schwindel oder Flüssigkeitsmangel ausrücken. Betroffen seien nicht nur ältere, alleinlebende oder pflegebedürftige Menschen. Auch an Badeseen komme es vermehrt zu Zwischenfällen, etwa im Wasser oder durch die große Hitze.

Mehr Patientinnen und Patienten mit Hitzebeschwerden

Auch am Universitätsklinikum Würzburg zeigt sich der Trend. Dort werden nach Angaben des Klinikums aktuell mehr Menschen mit hitzebedingten Problemen versorgt. Jüngere Erwachsene kämen oft nach körperlicher Überlastung beim Sport oder bei der Arbeit. Bei Jugendlichen spiele mitunter Alkoholkonsum in der Wärme eine Rolle. Ältere Menschen müssten dagegen häufiger behandelt werden, weil sie zu wenig getrunken hätten. Insgesamt bewege sich die Zahl der Patienten für die Jahreszeit aber noch im üblichen Rahmen.

Ein ähnliches Bild meldet das Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. Dort leiden viele Betroffene unter Dehydrierung, weil sie Aktivitäten nach draußen verlagern und die Temperaturen unterschätzen. Neben Senioren gelten vor allem Kleinkinder als besonders gefährdet, da ihr Flüssigkeitshaushalt schneller aus dem Gleichgewicht geraten kann.

Pflegeheime setzen auf Trinkpläne und wasserreiche Kost

In Pflegeeinrichtungen ist bei hohen Temperaturen besondere Aufmerksamkeit nötig. Das BRK empfiehlt unter anderem feste Trinkroutinen oder spielerische Anreize, damit Bewohner regelmäßig Flüssigkeit zu sich nehmen. Zusätzlich könnten wasserhaltige Lebensmittel wie Melonen, Gurken oder Suppen helfen, die Versorgung zu verbessern. Gerade bei älteren Menschen müsse darauf besonders geachtet werden.

Krankenwagen mit Blaulicht
Das BRK muss öfter wegen Hitzefolgen ausrücken. (Symbolbild) Quelle: Peter Kneffel/dpa

Nach Einschätzung des BRK sollten Erwachsene täglich mindestens 1,5 Liter trinken, an sehr heißen Tagen eher zwei bis drei Liter. Vorsicht sei jedoch bei bestimmten Medikamenten geboten, etwa bei Mitteln gegen Bluthochdruck. In solchen Fällen könne auch zu viel Flüssigkeit problematisch sein, weshalb eine individuelle Rücksprache mit dem Arzt sinnvoll sei.

Grundsätzlich raten Experten dazu, direkte Hitze zu meiden, körperliche Belastung zu verringern, Wohnräume abzudunkeln, ausreichend zu trinken, leichte Speisen zu essen und luftige Kleidung zu tragen.

Bayern vor möglichem Temperaturrekord

Bis zum Wochenende könnte Bayern den Höhepunkt der Hitzewelle erleben. Nach Prognosen des Deutschen Wetterdienstes sind im unterfränkischen Kitzingen am Samstag Temperaturen um 42 Grad möglich. Schon am Freitag könnte die bisherige Rekordmarke von 40,3 Grad erreicht oder überschritten werden.

Im Landkreis Würzburg, der besonders häufig von großer Hitze betroffen ist, bereiten sich die Hilfsorganisationen auf eine steigende Belastung vor. BRK, Malteser, Johanniter und der RKT Rettungsdienst stellen zusätzliche Rettungs- und Krankentransportwagen bereit. Nach Angaben des Landratsamts wird dies vor allem durch Ehrenamtliche ermöglicht. Auch die Integrierte Leitstelle Würzburg verstärkt ihre Besetzung, um mehr Notrufe annehmen zu können.

In Stadt und Landkreis Würzburg hat sich die Zahl der Notfalleinsätze in den vergangenen Tagen im Vergleich zu gewöhnlichen Junitagen etwa verdoppelt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen