Lewis Hamilton war nach dem Großen Preis von Mexiko-Stadt außer sich. Schon während des Rennens schimpfte der Formel-1-Rekordweltmeister nach einem Manöver seines Ferrari-Teamkollegen Charles Leclerc heftig über Funk. Anschließend legte der Brite verbal nach.
Hamilton sagte, Leclerc sei mit 29 Jahren alt genug, sodass das Verhalten aus seiner Sicht nichts mit mangelnder Reife zu tun habe, sondern vielmehr eine Frage der Einstellung sei. Zugleich machte er deutlich, dass er sich für die Zukunft ein besseres Miteinander und ein professionelleres Arbeitsumfeld bei Ferrari wünsche.
Strafe gegen Leclerc reichte Hamilton nicht
Hamilton war von der Pole Position gestartet, seiner 105. in der Formel 1. Beim Rennstart griff Leclerc, der von Rang drei ins Rennen gegangen war, aggressiv an. Dabei kürzte der Monegasse die Strecke ab, kam vor Hamilton wieder auf die Fahrbahn zurück und behauptete die Position. Hamilton beschwerte sich danach mehrfach am Funk.
Auch die spätere Fünf-Sekunden-Strafe gegen Leclerc änderte nichts an seiner Verärgerung. Hamilton sprach von verlorenen, wichtigen Punkten und meinte, Ferrari habe das Tempo für einen Doppelsieg gehabt. Besonders schwer wiege für ihn, dass er durch das Verhalten des eigenen Teamkollegen Plätze eingebüßt habe.
Hamilton fordert klärendes Gespräch
Am Ende kam Hamilton hinter Red-Bull-Pilot Max Verstappen als Zweiter ins Ziel. Danach kündigte der siebenmalige Weltmeister an, mit Leclerc unter vier Augen sprechen zu wollen. Nach seiner Darstellung gebe es derzeit keine klaren Regeln für das Zusammenspiel innerhalb des Teams. Ob Leclerc daraus Konsequenzen ziehe, könne er nicht sagen – aus Hamiltons Sicht müsse sich aber unbedingt etwas ändern.
Leclerc selbst verpasste als Vierter das Podium. Später erklärte er, er könnte sich ebenso darüber beschweren, wie Hamilton ihn in Kurve 1 von der Strecke gedrängt habe. Solche Szenen gehörten jedoch seiner Meinung nach dazu, wenn es im Rennsport um den Sieg gehe.
Vasseur spricht von Respekt
Für Hamilton ist es nicht das erste Mal in dieser Saison, dass er mit Entscheidungen und Vorgehensweisen bei Ferrari hadert. Der Brite war zur Saison 2025 zur Scuderia gewechselt und zählt nach seiner starken Form in diesem Jahr wieder zu den prägenden Fahrern im Feld.
Teamchef Fred Vasseur zeigte sich nach dem Vorfall ebenfalls enttäuscht. Wenn man in Kurve 4 auf Platz eins oder zwei liege, denke niemand daran, ein solches Rennen nicht zu gewinnen, sagte er sinngemäß. Die Situation sei frustrierend – nicht nur für ihn selbst, sondern vor allem für die rund 2.000 Menschen, die an dem Projekt arbeiteten. Das müsse er nun erst einmal verarbeiten. Zudem sei die Angelegenheit auch eine Frage des Respekts.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber