Politik

SPD überrascht mit Michel Friedman für Bundesversammlung

Michel Friedman soll Steinmeiers Nachfolge mitentscheiden – warum er die Wahl des nächsten Bundespräsidenten für brisant hält

02.11.2026, 05:00 Uhr

Michel Friedman soll für SPD Hessen in die Bundesversammlung

Der Publizist Michel Friedman soll nach dem Willen der hessischen SPD an der Wahl des nächsten Bundespräsidenten mitwirken. Wie die Partei mitteilte, will die SPD-Landtagsfraktion den früheren Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland am Dienstag als Mitglied der Bundesversammlung nominieren.

Die Entscheidung sei in Abstimmung mit dem Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Miersch, getroffen worden. Miersch erklärte, Friedman stehe in besonderer Weise für den Schutz der freiheitlichen Demokratie. Gerade in einer Zeit, in der demokratische Institutionen und Werte unter Druck stünden, sei dessen Engagement gegen Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit von großer Bedeutung.

Friedman selbst bezeichnete die Nominierung als große Ehre. Für ihn sei es als überzeugten Demokraten besonders wichtig, an der Wahl des künftigen Staatsoberhaupts beteiligt zu sein. Zugleich warnte er vor politischen Kräften, die die Verfassung missachteten und zerstören wollten. Der SPD dankte er für das Vertrauen.

Wahl des Bundespräsidenten am 30. Januar 2027

Der Vorsitzende der hessischen SPD-Landtagsfraktion, Tobias Eckert, verwies auf eine Rede Friedmans im Landtag vor zwei Jahren beim Gedenken an den 50. Todestag von Oskar Schindler. Diese habe beispielhaft gezeigt, wofür Friedman stehe: entschlossenen Einsatz gegen Antisemitismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit, klare Orientierung an der Menschenwürde sowie Aufklärung und Respekt.

Über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier entscheidet die Bundesversammlung am 30. Januar 2027. Derzeit benennen die Länder ihre Delegierten, während sich die schwarz-rote Koalition in Berlin noch nicht auf eine Bewerberin oder einen Bewerber verständigt hat.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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