Olympia

Australien: Krokodil an Olympia-Ruderstrecke entdeckt

Olympia 2032 am Fitzroy River? Nach der Sichtung eines riesigen Krokodils wächst der Schock – wie sicher ist die Strecke wirklich?

02.11.2026, 04:33 Uhr

Ein über drei Meter langes Salzwasserkrokodil ist in Australien in der Nähe eines möglichen Wettkampforts der Olympischen Spiele 2032 gesichtet worden. Nach Medienangaben wurde das Tier am Wochenende auf dem Gelände des North Rockhampton Golf Clubs entdeckt. Der Ort liegt nur wenige Kilometer vom Fitzroy River entfernt, auf dem bei den Spielen in Brisbane die Ruder- und Kanurennen ausgetragen werden sollen.

Die Beobachtung hat die Debatte um die Sicherheit der geplanten Olympia-Strecke erneut angefacht. Ray Ebert, ein langjähriger Funktionär von Rowing Australia, bezeichnete den Vorfall als Warnsignal für die Verantwortlichen. Dem Sender ABC sagte er, weniger die sichtbaren Krokodile bereiteten ihm Sorgen als jene, die unbemerkt blieben.

Umweltbehörde prüft den Vorfall

Queenslands Premier David Crisafulli versuchte, die Bedenken zu relativieren, und stellte sich hinter Rockhampton als Austragungsort. Die Stadt habe jahrzehntelange Erfahrung und biete hervorragende Bedingungen für Wettkämpfe, erklärte er. Inzwischen befasst sich die Umweltbehörde des Bundesstaates mit der Krokodil-Sichtung.

Fachleute sollen nun das Verhalten des Tieres einschätzen und entscheiden, ob es eingefangen und aus dem Gebiet entfernt werden muss. Der Reptilienexperte John Lever, Betreiber einer Krokodilfarm bei Rockhampton, sprach sich laut ABC dafür aus, sämtliche Krokodile in der Umgebung der geplanten Wettkampfstrecke zu beseitigen.

Anhaltende Kritik am Standort

Der Fitzroy River war schon zuvor umstritten als möglicher Olympia-Schauplatz. Bereits im September hatte Crisafulli erklärt, Rockhampton habe eine unabhängige technische Überprüfung mit sehr gutem Ergebnis bestanden.

Nach der jüngsten Sichtung forderte Oppositionsführer Steven Miles, das entsprechende Gutachten offenzulegen. Daraus müsse auch hervorgehen, wie das Risiko durch Krokodile während der Spiele beherrscht werden solle. Seit Mitte September wurden Medienberichten zufolge in der Region bereits drei weitere Krokodile gesichtet.

Der Fitzroy River gilt als Lebensraum vieler Salzwasserkrokodile. Darüber hinaus gibt es Vorbehalte wegen starker Strömungen, wiederkehrender Überschwemmungen und hoher Sedimentbelastung. Mehr als 500 Ruderinnen und Ruderer, unter ihnen der australische Olympiasieger Drew Ginn, hatten sich deshalb in einem offenen Brief für einen alternativen Austragungsort im Südosten Queenslands ausgesprochen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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