Erfolgreicher Auftakt für das deutsche Team bei der Ruder-EM in Varese
Mit Gold, mehreren weiteren Medaillen und einer neuen EM-Bestzeit durch Olympiasieger Oliver Zeidler haben Deutschlands Ruderinnen und Ruderer einen starken ersten Finaltag bei den Europameisterschaften in Varese erlebt.
Für einen besonderen Erfolg sorgte der Männer-Doppelvierer: Marc Weber, Felix Heinrich, Jonas Gelsen und Ole Hohensee holten den Titel und beendeten damit eine 13 Jahre lange Durststrecke in dieser Bootsklasse. Das deutsche Quartett bestimmte das Rennen von Anfang an und setzte sich vor Polen und Kroatien durch. Laut Schlagmann Weber war die offensive Taktik von Beginn an voll aufgegangen, zudem sprach er von einem ihrer besten Rennen überhaupt.
Erstes deutsches Gold geht an das Para-Team
Schon zuvor hatte es den ersten deutschen EM-Triumph gegeben: Im Para-Mixed-Doppelzweier der Klasse PR2 verteidigten Jasmina Bier und Paul Umbach ihren Titel erfolgreich. Das Duo setzte sich in einem knappen Rennen gegen die Ukraine durch.
Silber sicherte sich der neu zusammengestellte Frauen-Vierer mit Hannah Reif, Paula Hartmann, Annabelle Bachmann und Pia Greiten. Das deutsche Boot musste sich lediglich Großbritannien geschlagen geben.
Kurz darauf legte auch der Frauen-Doppelvierer mit Maren Völz, Juliane Faralisch, Johanna Debus und Frauke Hundeling nach und gewann ebenfalls Silber. Vor ihnen lag nur das siegreiche Team aus der Schweiz.
Eine weitere Medaille steuerte der Männer-Vierer bei: René Schmela, Jasper Angl, Benedict Eggeling und Mark Hinrichs ruderten hinter Großbritannien auf Rang drei und holten Bronze.

Zeidler sendet mit Rekordzeit ein starkes Signal
Im Einer unterstrich Oliver Zeidler seine Ambitionen auf den nächsten Europameistertitel eindrucksvoll. Der Frankfurter stellte im Halbfinale über 2.000 Meter in 6:37,87 Minuten eine neue EM-Bestzeit auf. Damit unterbot er die bisherige Marke des Titelverteidigers Yauheni Zalaty aus dem Jahr 2025. Der unter neutraler Flagge startende Belarusse kam rund fünf Sekunden nach Zeidler ins Ziel.
Im Finale am Sonntag kämpft Zeidler um seinen vierten EM-Titel nach seinen Erfolgen 2019, 2021 und 2024. Im vergangenen Jahr hatte er die Europameisterschaft wegen seines Studiums ausgelassen.
Föster verpasst Endlauf knapp
Im Frauen-Einer schrammte Alexandra Föster nur knapp am Finale vorbei. Die Meschederin belegte nach einem Fotofinish im Halbfinale Rang vier.
Am Sonntag stehen in Varese unter anderem noch die Entscheidungen im Frauen- und Männer-Achter auf dem Programm. Erstmals bei einer Europameisterschaft werden zudem ein Mixed-Achter und ein Mixed-Doppelzweier ausgetragen.
Der wichtigste internationale Höhepunkt des Ruderjahres 2026 bleiben die Weltmeisterschaften in Amsterdam, die vom 24. bis 30. August stattfinden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber