Amsterdam: Premier Jetten ruft junge Queers bei Pride zu Offenheit auf
Bei der farbenprächtigen Pride-Parade auf den Amsterdamer Grachten hat der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten junge LGBTIQ-Personen dazu aufgerufen, sich offen zu ihrer Identität zu bekennen.
Ein Coming-out sei nicht leicht, sagte Jetten laut der Nachrichtenagentur ANP am Samstag zum Auftakt der traditionellen Canal Parade. Wer diesen Schritt aber einmal gewagt habe, für den werde es danach nur noch besser.
Der 39-Jährige ist der jüngste Regierungschef der Niederlande und der erste Premier des Landes, der offen homosexuell lebt.
Die Parade mit 80 bunt geschmückten Booten zählt zu den Höhepunkten der diesjährigen World Pride. Jetten sprach von einem großartigen Fest voller Freiheit und Spaß. Zugleich betonte er, dass die Pride auch ein Ort des Protests gegen Anfeindungen und Diskriminierung sein müsse.
Mit Blick auf den islamistisch motivierten Angriff auf den CSD in Berlin vor einer Woche sagte Jetten, daran werde deutlich, wie sehr die Akzeptanz der LGBTIQ-Gemeinschaft weltweit unter Druck stehe. Gerade deshalb sei es wichtig, an diesem Tag sichtbar zu sein.
Nach dem Angriff in Berlin hatte Amsterdam die Sicherheitsmaßnahmen für die mehrtägige World Pride verschärft. Die Veranstaltung gilt als das größte Event der internationalen queeren Gemeinschaft und findet in diesem Jahr erstmals in den Niederlanden statt.
Allein zum Amsterdamer Bootskorso wurden laut Veranstaltern rund 500.000 Besucherinnen und Besucher erwartet. Bürgermeisterin Femke Halsema erklärte, Polizei, Staatsanwaltschaft und Stadtverwaltung arbeiteten beim Schutz aller Pride-Veranstaltungen eng zusammen. Zu konkreten Maßnahmen wurden keine Details genannt. Halsema zeigte sich jedoch überzeugt, dass die getroffenen Vorkehrungen ausreichen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber