Sachsen

Sächsische Schweiz gesperrt: Akute Gefahr nach Unwetter

Tödliches Unwetter an der Bastei: Teile des Nationalparks bleiben gesperrt – die Gefahr im Wald ist noch immer extrem.

01.08.2026, 12:32 Uhr

Nach schwerem Unwetter in der Sächsischen Schweiz: Einsatzkräfte erfassen Schäden

Nach dem heftigen Unwetter, bei dem ein Mensch ums Leben kam, verschaffen sich die Einsatzkräfte in der Sächsischen Schweiz weiter einen Überblick über das Ausmaß der Zerstörung. Nach Angaben von Kreisbrandmeister Björn Rosenkranz aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind unzählige Bäume umgestürzt. Das betroffene Gebiet ist derzeit nicht passierbar und vorerst auch nicht beräumbar, da weiterhin akute Lebensgefahr besteht.

38-Jähriger stirbt durch umstürzenden Baum

Das Unwetter war am Freitagabend über das Tal Amselgrund nahe der bekannten Felsformation Bastei gezogen. Starke Windböen überraschten dabei Wanderer sowie Besucher, die auf dem Weg zu einer Aufführung an der Felsenbühne Rathen waren.

Ein 38 Jahre alter Mann wurde auf dem Basteiweg von einem umstürzenden Baum tödlich getroffen. An anderer Stelle erlitten drei weitere Menschen mittelschwere Verletzungen. Insgesamt brachte die Feuerwehr 40 Personen aus der Gefahrenzone in Sicherheit.

Drohnen im Einsatz, Nationalpark teils gesperrt

Am Samstag überflogen Drohnenstaffeln der Bergwacht Sebnitz und des Technischen Hilfswerks aus Dippoldiswalde das Gebiet. Der Schwerpunkt liege nun darauf, das Schadensareal genau zu kartieren, so Rosenkranz. Nach aktuellem Stand hält sich niemand mehr in der Unglückszone auf. Rund 30 Einsatzkräfte sind derzeit vor Ort, am Abend des Unwetters waren es noch etwa 100 gewesen.

Teile des Nationalparks Sächsische Schweiz bleiben bis auf Weiteres gesperrt. Betroffen sind nach Angaben von Sachsenforst die Bereiche zwischen Bastei, Rathen, Hohnstein und dem Polenztal. In den Wäldern hängen noch zahlreiche abgebrochene Äste, zudem gibt es schräg stehende und instabile Bäume, die jederzeit umstürzen könnten.

Nach Einschätzung von Sachsenforst handelte es sich um ein sehr starkes, lokal begrenztes Sturmereignis. Das Schadensgebiet umfasst ersten Schätzungen zufolge etwa 25 Hektar. Die Aufräumarbeiten werden sich voraussichtlich bis in die kommende Woche hinziehen.

Weitere Einsätze in der Region

Auch in anderen Bereichen der Sächsischen Schweiz, unter anderem in Richtung Hohnstein und Bad Schandau, mussten Einsatzkräfte wegen des Unwetters ausrücken. Dort blieb es jedoch überwiegend bei einzelnen umgestürzten Bäumen.

Vorstellungen an der Felsenbühne Rathen abgesagt

Die Felsenbühne Rathen hat ihre Aufführungen bis einschließlich Sonntag gestrichen. Nach Angaben von Johannes Gärtner, dem Leiter des Spielbetriebs, ist das Ensemble wohlauf.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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