FIFA beendet umstrittene Investorenpläne nach heftiger Kritik
Nach massiven Protesten zieht der Fußball-Weltverband FIFA überraschend schnell die Reißleine bei seinen umstrittenen Plänen mit privaten Investoren. Präsident Gianni Infantino erklärte in der Nacht auf Samstag in einer offiziellen Mitteilung, dass das Vorhaben nicht weiterverfolgt werde. Die internationale Presse wertet den Rückzug überwiegend als deutliche Niederlage für den FIFA-Chef.
Stimmen aus dem Ausland
England
- Daily Mail: Das Blatt spricht von einer blamablen Kehrtwende. Infantino habe eingestanden, dass seine Pläne den Fußball eher gespalten als geeint hätten. Für die Zeitung ist der Rückzug eine demütigende Niederlage.
- Guardian: Nach Ansicht des Blatts ist Infantinos Idee, Anteile an der WM an private Geldgeber zu verkaufen, spektakulär gescheitert. Ausschlaggebend seien weltweite Empörung und der Widerstand der UEFA gewesen, die sogar mit einem Boykott gedroht habe.
- Telegraph: Die Zeitung sieht den 15-Milliarden-Pfund-Plan wegen des breiten Widerstands und des Unmuts innerhalb der FIFA als gescheitert an.
- Sun: Dort heißt es, Infantino habe angesichts des weltweiten Aufschreis seine Verkaufspläne aufgegeben. Neben der Boykottdrohung der UEFA sei das Vorhaben auch für mögliche Investoren zu einem Reputationsrisiko geworden.
Spanien
- Marca: Für die Sportzeitung ist klar, dass Infantinos Projekt nach der weltweiten Kritik nicht mehr haltbar war. Der Druck auf den FIFA-Präsidenten sei enorm gewesen.
- As: Das Blatt bewertet den Rückzug als weltweite Schlappe für Infantino. Spätestens nach dem Rücktritt von Chefberater Carlos Cordeiro sei das Scheitern des Projekts absehbar gewesen. Die UEFA habe den Widerstand angeführt.
- El País: Die Zeitung sieht in der Entwicklung einen Sieg des Fußballs und seiner Anhänger über externe Interessen. Vorerst sei der Versuch, die WM stärker zu privatisieren, gestoppt.
Schweiz
- Blick: Das Boulevardblatt beschreibt den Schritt als seltenen Rückzieher des FIFA-Präsidenten. Wegen des geschlossenen Widerstands aus fast allen Kontinentalverbänden habe Infantino seine Milliardenpläne aufgeben müssen.
Frankreich
- L’Equipe: Nach Einschätzung der Zeitung war der Widerstand gegen Infantino so stark wie nie seit dessen Amtsantritt 2016. Vor allem die harte Haltung der UEFA habe die FIFA-Führung in eine Krise gestürzt.
- Le Parisien: Das Blatt betont, Infantino habe seinen Investorenplan unter massivem Druck aufgegeben.
Italien
- Gazzetta dello Sport: Die Zeitung begrüßt den Rückzug als Sieg der Vernunft. Das Projekt, das Teile des internationalen Fußballs privatisieren sollte, sei nun offiziell eingefroren.
- Corriere della Sera: Dort wird der Kurswechsel auf die Proteste vieler Verbände zurückgeführt, insbesondere auf die Boykottdrohung der UEFA sowie den Widerstand aus Asien und Amerika.
Österreich
- Krone: Das Blatt fasst die Entwicklung knapp zusammen: Infantino habe nachgegeben, die FIFA habe ihre Investorenpläne abrupt beerdigt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber