Deutsche Volleyballer scheitern im EM-Viertelfinale klar an Polen
Die absolute europäische Spitze bleibt für die deutschen Volleyballer weiterhin außer Reichweite. Die Mannschaft von Bundestrainer Massimo Botti hat bei der Europameisterschaft den Sprung ins Halbfinale verpasst und ist im Viertelfinale in Sofia deutlich am Titelverteidiger Polen gescheitert. Das DVV-Team unterlag dem großen Favoriten mit 0:3 (23:25, 17:25, 17:25). Erfolgreichster deutscher Punktesammler war Erik Röhrs mit 12 Zählern.
"Der größte Unterschied war heute der Aufschlag. Sie haben sehr konstant aufgeschlagen und machen wenig Fehler. Und wir schaffen es halt nicht, konstant aufzuschlagen. Jedes Mal, wenn wir den Druck hochhalten, dann spielen wir mit ihnen mit", sagte Kapitän Jan Zimmermann nach der Partie.
Kapitän zieht trotzdem positives Fazit
Im Achtelfinale hatte die deutsche Auswahl trotz mehrerer schmerzhafter Ausfälle noch mit einem starken Comeback gegen Vize-Weltmeister Bulgarien überzeugt. Gegen die favorisierten Polen reichte es diesmal jedoch nicht. Die Osteuropäer gehören seit Jahren zur Weltspitze und holten bei 14 der vergangenen 15 großen Turniere eine Medaille. Deutschland stand zuletzt 2017 in einem EM-Halbfinale.
Zimmermann zog trotz des klaren Ausscheidens ein versöhnliches Fazit. "Die Bilanz muss positiv sein. Wir sind sehr gut aus der Gruppe rauskommen", sagte der Zuspieler. Durch die 0:3-Niederlage gegen Olympiasieger Frankreich im letzten Gruppenspiel sei der weitere Turnierweg aber besonders schwierig geworden. Nun gelte es, die guten Ansätze mitzunehmen und weiter daran zu arbeiten.
Erster Satz lange offen
Botti schickte dieselbe Anfangsformation wie im Spiel gegen Bulgarien aufs Feld. Anders als in einigen vorherigen Partien fanden die Deutschen diesmal ordentlich in die Begegnung und hielten den Auftakt lange offen. Nach einem Netzfehler und einem Angriff ins Aus geriet das Team beim 6:9 erstmals etwas deutlicher ins Hintertreffen. Deutschland blieb dennoch engagiert und kämpfte sich immer wieder heran. Tobias Brand verkürzte noch einmal auf 22:23, ehe ein Aufschlagfehler von Röhrs den Satzverlust besiegelte.
Im zweiten Satz wird es deutlich
Im zweiten Durchgang zeigte Polen dann seine ganze Klasse. Die Deutschen arbeiteten sich zwar in viele Ballwechsel hinein und erzwangen immer wieder lange Rallyes, nutzten ihre Chancen aber zu selten konsequent. Nach einem Servicefehler von Jan Zimmermann lag Deutschland bereits mit 12:20 zurück. Diesen Rückstand konnte das DVV-Team nicht mehr verkürzen.
Keine Aufholjagd im dritten Satz
Im dritten Abschnitt ging erneut der stark aufgelegte Röhrs voran. Ein Ass und mehrere druckvolle Angriffe des 25-Jährigen brachten Deutschland zwischenzeitlich sogar einen kleinen Vorsprung. Doch anders als im Achtelfinale gegen Bulgarien entwickelte sich daraus keine Wende. Polens Aufschlagdruck nahm weiter zu, und Wilfredo Leon brachte den Europameister mit 18:16 in Front. Danach ließ Polen nichts mehr anbrennen und machte den Viertelfinal-Erfolg souverän perfekt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber
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