Alexander Blessin ist neuer Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach. Wie der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga am Dienstag mitteilte, übernimmt der 53-Jährige den Posten mit einem Zweijahresvertrag. Offiziell vorgestellt werden soll der gebürtige Stuttgarter am Mittwoch.
Auf Blessin wartet bei der Borussia sofort eine große Aufgabe. Gladbach ist mit vier Niederlagen und 16 Gegentoren historisch schwach in die Bundesliga-Saison gestartet. Entsprechend wird der frühere Trainer des FC St. Pauli vor allem daran gemessen werden, ob er die anfällige Defensive schnell stabilisieren kann. In Hamburg hatte er genau in diesem Bereich Akzente gesetzt, musste den Verein nach dem Abstieg im Sommer aber verlassen.
Vor seiner Zeit bei St. Pauli arbeitete Blessin bereits im Ausland. Er trainierte unter anderem den CFC Genua in Italien sowie Ostende und Royale Union Saint-Gilloise in Belgien.
Sein erstes Pflichtspiel als Gladbach-Coach bestreitet Blessin nach der Länderspielpause am 11. Oktober (15.30 Uhr/DAZN) – ausgerechnet im rheinischen Derby beim 1. FC Köln. Schon vorher steht für ihn ein besonderes Programm an: Nach seiner Premiere an der Seitenlinie im Testspiel am Donnerstag bei den Sportfreunden Siegen tritt Gladbach am 3. Oktober zu einem weiteren Test beim FC St. Pauli am Millerntor an.
Erschwert wird der Start des neuen Trainers durch personelle Probleme in der Abwehr. Mit Kevin Diks, Jan Leszczynski, Ko Itakura und Fabio Chiarodia fehlen in der Länderspielpause alle vier etatmäßigen Innenverteidiger, weil sie mit ihren Nationalteams unterwegs sind.
Die Borussia hatte sich bereits nach drei Spieltagen von Eugen Polanski getrennt. Beim jüngsten 3:4 gegen Mainz 05 saß deshalb Interimscoach Jan-Moritz Lichte auf der Bank. Er bleibt auch unter Blessin Teil des Trainerteams und arbeitet weiter als Assistent.
Im Sommer hatten die Verantwortlichen nach Rang zwölf in der Vorsaison noch an Polanski festgehalten, zugleich aber den Kader und das Trainerteam deutlich verändert. Eine sportliche Wende gelang dennoch nicht.
Dass nun erneut ein neuer Coach übernehmen muss, passt ins Bild der vergangenen Jahre. Seit dem Abschied von Marco Rose im Sommer 2021 fehlte es auf der Gladbacher Trainerbank an Kontinuität. Auf Rose folgten Adi Hütter, Daniel Farke, Gerardo Seoane und zuletzt Eugen Polanski – die grundlegenden Probleme blieben jedoch bestehen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber