Lange fordert Wechsel ins Ausland für deutsche Topspielerinnen
Nach dem Ende der Heim-WM hat Basketball-Bundestrainer Olaf Lange deutlich gemacht, dass er die besten deutschen Spielerinnen künftig eher bei ausländischen Clubs sieht. Aus seiner Sicht könne der aktuelle Erfolg des Nationalteams nur dann stabilisiert werden, wenn die Leistungsträgerinnen in professionelleren Ligen spielen. In der deutschen Liga gebe es aus seiner Sicht zu wenig Fortschritt.
Deutschland hatte zuvor das Spiel um Bronze gegen Spanien klar mit 58:81 verloren und damit die erste WM-Medaille verpasst. Trotzdem erreichte die Auswahl mit Rang vier das beste WM-Ergebnis der deutschen Basketballerinnen überhaupt.
Von den zwölf Nationalspielerinnen stehen mit Alexandra Wilke, Britta Daub und Emma Eichmeyer nur drei in der Damen-Basketball-Bundesliga unter Vertrag. Lange kritisierte, die Liga habe sich über viele Jahre nicht weiterentwickelt und sei in manchen Bereichen sogar zurückgefallen.
Kritik an Strukturen in der Bundesliga
Der Bundestrainer verwies auf seine eigenen Erfahrungen aus der Zeit zwischen 1995 und 2002. Schon damals seien die Bedingungen bei Spitzenvereinen teilweise besser gewesen als heute. Dass sich die Strukturen bis 2026 nicht verbessert hätten, sei ein deutliches Alarmsignal.
Besonders kritisch sieht Lange, dass die Bundesliga mit der Entwicklung der Nationalmannschaft nicht Schritt halte. Viele Clubs arbeiteten aus seiner Sicht nur halbprofessionell. Vor allem die medizinische Betreuung bewertete er sehr negativ.

Bei der Heim-WM in Berlin hatte die deutsche Mannschaft überraschend das Halbfinale erreicht. Auf dem Weg dorthin gelang unter anderem ein Sieg gegen Europameister Belgien. Trotz der deutlichen Niederlage im Spiel um Platz drei bleibt das Turnier damit ein historischer Erfolg für das Team.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber