Fünf Jahre Haft nach Verfolgungsjagd und Angriff auf Bauarbeiter in Österreich
Ein 30-jähriger deutscher Autofahrer ist in Österreich zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landesgericht Wels sprach ihn unter anderem wegen versuchten Mordes schuldig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Nach Gerichtsangaben stammt der Mann aus der Region Darmstadt in Hessen.
Ausgangspunkt des Falls war eine Fahrt am 9. Februar. Auf einer Autobahn bei Wels geriet der Mann am Abend in einen Stau. Statt stehen zu bleiben, fuhr er zwischen den wartenden Fahrzeugen hindurch und ignorierte eine Sperre, um in einen Baustellenbereich zu gelangen. Dort raste er laut den Ermittlungen mit rund 150 km/h auf einen Arbeiter zu, der sich nur mit einem Sprung zur Seite retten konnte. Das Gericht wertete dies als versuchten Mord.
Anschließend setzte der Fahrer seine Flucht in Richtung Osten fort. Dabei soll er Geschwindigkeiten von bis zu 240 km/h erreicht und mehrfach versucht haben, Polizeifahrzeuge zu rammen. Erst in der Nähe von Wien konnte die Polizei ihn stoppen. In Österreich gilt auf Autobahnen ein Tempolimit von 130 km/h.
Vor Gericht erklärte der Angeklagte, finanzieller Druck und Stress hätten zu seinem Verhalten geführt. Seine Schwester schilderte dagegen als Zeugin, er leide unter Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Eine psychiatrische Gutachterin kam jedoch zu dem Ergebnis, dass keine psychische Erkrankung vorliege.
Der 30-Jährige räumte einen Großteil der Vorwürfe ein, bestritt jedoch den versuchten Mord. Neben diesem Delikt musste er sich auch wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, versuchter schwerer Körperverletzung und schwerer Sachbeschädigung verantworten. In allen Punkten wurde er schuldig gesprochen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber