Tripic wird nach Bayerns Patzer zur Reizfigur
Der frühere Fürther Zlatko Tripic schlüpfte nach dem nächsten Rückschlag des FC Bayern in München demonstrativ in die Rolle des Provokateurs. Beim 3:3 von Viking Stavanger gegen den deutschen Rekordmeister in der Champions League nutzte der 33-Jährige beinahe jede Szene, um den Gegner zu reizen und Emotionen anzuheizen. Anschließend zeigte sich der Kapitän der Norweger bestens gelaunt: Er sei „unglaublich glücklich“ und habe offenbar „die halbe Bayern-Mannschaft verärgert“.
Tripic war maßgeblich am frühen 1:0 beteiligt und brachte Bayern-Profi Michael Olise mit seinem Verhalten so aus der Fassung, dass dieser mit Gelb-Rot vom Platz musste. Olise hatte seinem Gegenspieler den Ball ins Gesicht geworfen. Bayerns Sportvorstand Max Eberl sagte danach: „Entschuldigung. Er hat gespielt wie ein Drecksack.“ Zugleich räumte Eberl ein, dass Bayern sich habe provozieren lassen und Tripic damit genau das erreicht habe, was er wollte.
Kompany: Nicht auf solche Provokationen einlassen
Trainer Vincent Kompany machte Tripic, der neben der norwegischen auch die bosnisch-herzegowinische Staatsbürgerschaft besitzt und in Kroatien geboren wurde, keinen Vorwurf. Aus seiner Sicht hätte Olise besonnener reagieren müssen. Laut Medienberichten sagte Kompany bei TV 2, es stimme zwar, dass Tripic stark provoziere, aber seine Mannschaft dürfe „nicht in diese Falle tappen“.
Harry Kane nahm die Aktionen des Stavanger-Spielers vergleichsweise gelassen. Der Engländer bezeichnete Tripic in norwegischen Medien als cleveren Fußballer und meinte, solche Typen gebe es im Fußball immer wieder. Auch der norwegische TV-Experte Carl-Erik Torp bewertete die Szene ähnlich: Tripic sei dafür bekannt, Gegner gern zu reizen, und habe das diesmal bei einem Weltklassespieler geschafft. Olises Reaktion nannte Torp dagegen klar unsportlich.

Bayern verspielt Führung nach Platzverweis
Die Münchner hatten einen 0:2-Rückstand zwischenzeitlich noch gedreht. Zwei Tore von Kane und ein weiterer Treffer von Luis Díaz brachten Bayern mit 3:2 in Front. Nach dem Platzverweis gegen Olise kassierte das Team jedoch noch den späten Ausgleich zum 3:3.
Erinnerungen an Zwischenfall in Fürther Zeit
Schon während seiner Jahre bei der SpVgg Greuther Fürth von 2015 bis 2017 hatte Tripic nicht nur sportlich Schlagzeilen gemacht. Damals war er nach früheren Angaben in einem Nürnberger Nachtclub von einer Empore gestürzt und hatte Verletzungen an Kopf und Wirbelsäule erlitten. Nach Angaben der Bundespolizei war es dort zu einer Schlägerei gekommen, an der Tripic jedoch nicht beteiligt gewesen sein soll.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber