Zehn Millionen Euro mehr für Gedenkstätten geplant
Gedenkstätten, die sich mit der NS-Zeit und der SED-Diktatur befassen, sollen im kommenden Jahr zusätzliche zehn Millionen Euro erhalten. Das kündigte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer an.
Nach seinen Angaben ist vorgesehen, fünf Millionen Euro in die Förderung neuer Projekte zu investieren. Die übrigen fünf Millionen Euro sollen Einrichtungen zugutekommen, die bereits vom Bund unterstützt werden. Damit könnten unter anderem steigende Personalkosten sowie zusätzliche Ausgaben für Sicherheitsmaßnahmen aufgefangen werden.
Von den Mitteln profitieren sollen laut Weimer unter anderem die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, die KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg, die Gedenkstätte Topographie des Terrors sowie die Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Voraussetzung ist allerdings, dass Weimers Haushaltsentwurf in den anstehenden Etatverhandlungen unverändert beschlossen wird.
Weimer betonte, angesichts wachsender Desinformation und zunehmender Verfälschung historischer Fakten brauche die Erinnerungskultur gerade jetzt starke Orte des Gedenkens. Zugleich verwies er darauf, dass immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ihre Erfahrungen weitergeben können.
Wer Geschichte leugne oder Gedenkorte attackiere, verharmlose das vergangene Unrecht und missachte die Opfer von Gewalt und Unterdrückung, erklärte der Kulturstaatsminister. Deshalb gehe es nicht nur darum, die Einrichtungen bei Bildungs- und Vermittlungsarbeit zu unterstützen, sondern auch den Schutz von Beschäftigten, Besucherinnen und Besuchern sowie der historischen Stätten selbst zu verbessern.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber