Politik

Bundespolizei rüstet gegen Drohnen jetzt massiv auf

Nach dem Drohnen-Alarm von Leipzig wächst der Druck: Jetzt soll die neue Spezial-Einheit der Bundespolizei deutlich wachsen.

10.08.2026, 12:25 Uhr

Die Bundespolizei will ihre neue Einheit zur Abwehr von Drohnen nach dem Fund einer mit Sprengstoff versehenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle deutlich stärker ausbauen als zunächst vorgesehen. Nach Angaben einer Sprecherin des Bundesinnenministeriums soll Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) der Bundespolizei noch am Montag anweisen, die Truppe auf 300 Einsatzkräfte zu vergrößern. Zudem sollen statt bisher vier künftig acht Standorte eingerichtet werden, damit die Einheiten bei Bedarf schneller und flexibler reagieren können. Zuerst hatte die „Bild“ darüber berichtet.

Die Spezialeinheit war im Dezember als Reaktion auf die zunehmende Bedrohung durch unbemannte Flugobjekte aufgestellt worden, insbesondere mit Blick auf Gefahren aus Russland. Ihre Aufgabe ist es, Drohnen zu erkennen, zu stoppen und notfalls auch abzuschießen. Stationiert sind die Kräfte an Flughäfen, in Berlin sowie in der Nähe wichtiger sicherheitsrelevanter Einrichtungen im Bundesgebiet.

Ursprünglich deutlich kleiner geplant

Bei der Vorstellung im Dezember war vorgesehen, die Einheit zunächst mit rund 60 Bundespolizisten zu starten und sie anschließend zügig auf bis zu 130 Spezialkräfte zu erweitern. Zum Einsatz kommen sollen unter anderem KI-gestützte Störtechnik sowie automatisierte Abfangdrohnen. Außerdem ist geplant, die Landespolizeien bei Bedarf im Rahmen der Amtshilfe zu unterstützen, sofern entsprechende Kapazitäten verfügbar sind.

Regierung sieht rechtlich ausreichend Möglichkeiten

In den vergangenen Tagen hatten mehrere Politiker zusätzliche gesetzliche Änderungen gefordert, um Drohnenbedrohungen wirksamer begegnen zu können. Die Bundesregierung verweist jedoch auf bereits erfolgte Anpassungen, etwa im Luftsicherheitsgesetz. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille betonte, die rechtlichen Grundlagen für die Drohnenabwehr seien aus Sicht der Bundesregierung ausreichend.

Am späten Dienstagabend der vergangenen Woche war am Flughafen Leipzig/Halle in der Nähe ukrainischer Transportmaschinen eine Drohne entdeckt worden, die mit Sprengstoff und Zünder ausgestattet war. Außerdem kollidierte ein Flugzeug mit einem bislang unbekannten kleineren Flugobjekt, möglicherweise einer weiteren Drohne. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf versuchte Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen