Politik

42 Prozent! AfD in Sachsen-Anhalt – BSW legt zu

Neue Umfrage in Sachsen-Anhalt: AfD enteilt weiter – und ausgerechnet das BSW könnte am Ende über die Macht entscheiden.

10.08.2026, 12:32 Uhr

Insa-Umfrage: AfD in Sachsen-Anhalt bei 42 Prozent, BSW könnte in den Landtag einziehen

Einer aktuellen Insa-Erhebung im Auftrag der „Bild“ zufolge könnte die AfD bei der nächsten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf 42 Prozent kommen. Gleichzeitig hätte das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) demnach erstmals Chancen auf den Einzug in den Magdeburger Landtag: Die Partei erreicht in der Umfrage fünf Prozent und würde damit knapp die Sperrklausel überwinden.

Der BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulze sieht seine Partei damit in einer Schlüsselrolle bei der künftigen Regierungsbildung. Nach seiner Einschätzung könne eine weitere Amtszeit des CDU-Ministerpräsidenten nur verhindert werden, wenn das BSW tatsächlich in den Landtag einzieht. Die AfD allein reiche dafür nicht aus.

Wagenknecht schließt Unterstützung für Sven Schulze aus

BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hatte bereits deutlich gemacht, dass CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze im Fall eines BSW-Einzugs nicht auf Stimmen ihrer Partei setzen könne. Sollte sich das Umfragebild bei der Wahl bestätigen, könnte das die Chancen des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund auf das Amt des Ministerpräsidenten erhöhen.

Die CDU käme laut Insa nur noch auf 22 Prozent und würde damit weiter hinter die AfD zurückfallen. Auf Platz drei läge die Linke mit 13 Prozent. Die SPD würde sechs Prozent erreichen. Grüne und FDP verfehlten mit jeweils vier Prozent den Einzug in den Landtag.

Zusammengenommen kämen CDU, Linke und SPD damit auf 41 Prozent und lägen knapp hinter der AfD. Sollte sich das BSW in einem möglichen dritten Wahlgang enthalten, könnte die AfD den Ministerpräsidenten theoretisch auch allein ins Amt bringen. Eine frühere Umfrage von Infratest dimap hatte die AfD Ende Juli bei 41 Prozent und die CDU bei 24 Prozent gesehen.

Umfragen bleiben Momentaufnahmen

Wie bei allen Wahlumfragen gilt auch hier: Die Ergebnisse sind mit Unsicherheiten verbunden. Sinkende Parteibindungen und kurzfristige Wahlentscheidungen erschweren den Instituten die Gewichtung der Daten. Insa beziffert die statistische Fehlertoleranz auf 3,1 Prozentpunkte. Zudem bilden Umfragen stets nur die Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung ab und erlauben keine sichere Vorhersage des Wahlausgangs.

AfD spricht von Kurs auf absolute Mehrheit

Thomas Schulze vom BSW wirbt für ein Modell mit wechselnden Mehrheiten sowie für einen „überparteilichen Ministerpräsidenten“, um nach seiner Darstellung die Spaltung im Land zu verringern.

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund weist diesen Ansatz jedoch zurück. Aus seiner Sicht brauche Sachsen-Anhalt eine stabile Regierung, nicht ein solches Konstrukt.

Die AfD wertet die neuen Zahlen als Bestätigung ihres Anspruchs, bei der Wahl am 6. September sogar die absolute Mehrheit erreichen zu können. Landeschef Martin Reichardt erklärte, dieses Ziel sei realistisch – auch für den Fall, dass zwei der drei kleineren Parteien am Ende nicht in den Landtag einziehen.

Für die Erhebung wurden laut „Bild“ insgesamt 1.000 Personen zwischen dem 31. Juli und dem 6. August befragt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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