US-Präsident Donald Trump sieht die Vereinigten Staaten vor möglichen neuen Gesprächen mit dem Iran in einer starken Verhandlungsposition. In einem Interview mit dem Sender CNBC sagte Trump, Teheran habe „keine andere Wahl“, als Vertreter zu weiteren Gesprächen mit einer US-Delegation zu entsenden. Er rechne damit, dass am Ende ein „großartiger Deal“ zustande kommen könne.
Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe bleibt jedoch offen, ob es tatsächlich zu einer neuen Verhandlungsrunde in Islamabad kommt. Nach Angaben aus Pakistan gibt es bislang keine Zusage aus Teheran für Friedensgespräche in der Hauptstadt. Der pakistanische Informationsminister Attaullah Tarar schrieb auf X, die Waffenruhe zwischen den Kriegsparteien ende am Mittwoch um „4:50 am PST“.
Das entspräche 1:50 Uhr am Mittwochmorgen deutscher Zeit – und damit deutlich früher als zuletzt angenommen. Trump hatte die zweiwöchige Feuerpause nach Mitternacht deutscher Zeit am 8. April verkündet. Später nannte er den Mittwochabend in Washington, also den frühen Donnerstagmorgen in Deutschland, als Ende der Waffenruhe. Woher die pakistanische Regierung ihre Zeitangabe bezieht, sagte Tarar nicht.
Nach seinen Angaben steht Pakistan weiterhin in engem Kontakt mit der iranischen Seite und drängt auf Diplomatie und Dialog. Eine Teilnahme einer iranischen Delegation an Verhandlungen noch vor dem Ende der Waffenruhe sei demnach „kritisch“.
Auch nach Informationen des iranischen Staatsfernsehens hat Teheran bislang noch keine eigenen Vertreter für Verhandlungen mit den USA nach Pakistan entsandt. Dem Bericht zufolge reisten weder Experten für Vorgespräche noch eine Hauptdelegation nach Islamabad.
Trump hatte bereits am Sonntag angekündigt, erneut eine Delegation für Gespräche nach Pakistan schicken zu wollen.
Trump fordert Freilassung von acht Frauen
Zusätzlich wandte sich Trump auf seiner Plattform Truth Social direkt an iranische Vertreter, „die bald Verhandlungen mit meinen Vertretern führen werden“. Er forderte sie auf, acht Frauen freizulassen. Um wen es sich dabei genau handelt, blieb zunächst unklar. Trump schrieb, dies wäre „ein großartiger Start für unsere Verhandlungen“.
Seeblockade soll erst nach „finalem Abkommen“ enden
Trump bekräftigte zugleich, dass die USA ihre Seeblockade gegen iranische Häfen erst dann aufheben wollen, wenn ein „finales Abkommen“ erreicht ist. Damit hält Washington an einer zentralen Forderung fest, die aus iranischer Sicht als großes Hindernis für neue Gespräche gilt.
Nach Trumps Darstellung war die Feuerpause für die USA auch deshalb nützlich, weil in dieser Zeit die eigenen Munitionsbestände wieder aufgefüllt worden seien. Die US-Streitkräfte seien nach seinen Worten bereit, erneut anzugreifen.
Trump erhebt vage Vorwürfe gegen China
Trump sagte weiter, vermutlich habe auch der Iran seine Munitionsvorräte „ein bisschen“ ergänzt. Zudem behauptete er, die USA hätten am Montag ein Schiff abgefangen, das „einige Dinge an Bord hatte, die nicht sehr nett waren“ – womöglich ein „Geschenk aus China“.
Worum es sich dabei konkret gehandelt haben soll, ließ Trump offen. Auch Belege für seine Andeutungen gegen China nannte er nicht. Er sagte jedoch, er sei darüber überrascht gewesen. Zugleich verwies er auf sein aus seiner Sicht gutes Verhältnis zu Chinas Staatschef Xi Jinping und meinte, er habe geglaubt, es gebe dazu eine Verständigung. Dann fügte er hinzu: „So läuft Krieg nun mal, oder?“
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion