Politik

UN: 2025 schon 14.000 Kinder getötet oder verstümmelt

UN-Bericht enthüllt das Grauen: Kinder werden entführt, vergewaltigt, Schulen attackiert – und vieles ist offenbar gewollt.

18.06.2026, 21:04 Uhr

UN: Gewalt gegen Kinder in Kriegsgebieten auf Rekordniveau

Die Vereinten Nationen melden für 2025 einen neuen Höchststand bei schweren Verstößen gegen Kinder in bewaffneten Konflikten. Nach Angaben von Vanessa Frazier, der Sonderbeauftragten des UN-Generalsekretärs für Kinder und bewanete Konflikte, gehört das Jahr zweifellos zu den düstersten seit Beginn der Erfassung solcher Fälle.

Laut Bericht wurden mehr als 14.000 Kinder getötet oder verletzt: 6.266 kamen ums Leben, 7.958 wurden verstümmelt. Besonders stark betroffen waren demnach die palästinensischen Gebiete und Israel, außerdem Sudan, Myanmar, Syrien und die Demokratische Republik Kongo. Unter den Todesopfern befanden sich nach UN-Angaben mindestens 2.725 palästinensische Kinder.

Insgesamt dokumentiert der Bericht mehr als 38.000 Verstöße, die rund 24.000 Kinder betrafen; etwa ein Drittel davon waren Mädchen. Das entspricht einem Plus von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ist der höchste Stand seit Beginn der Datenerhebung. Der Bericht zu Kindern in bewaffneten Konflikten wird jedes Jahr vom UN-Generalsekretariat veröffentlicht.

Regierungstruppen laut Bericht Hauptverantwortliche

Zu den erfassten Verstößen zählen neben Tötungen und Verstümmelungen auch die Rekrutierung von Kindern durch bewaffnete Gruppen, Entführungen, Vergewaltigungen und andere Formen sexualisierter Gewalt, Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser sowie das Blockieren humanitärer Hilfe.

Erstmals seit Einführung des UN-Mandats vor 30 Jahren geht der Großteil der schweren Kinderrechtsverletzungen laut Bericht auf das Konto staatlicher Streitkräfte. Als Gründe nennt der Bericht andauernde Kämpfe, den häufigeren Einsatz explosiver Waffen in dicht besiedelten Gebieten sowie zusätzliche Gefahren durch die zunehmende Nutzung Künstlicher Intelligenz bei der Zielauswahl.

UN: Viele Taten wären vermeidbar gewesen

Frazier betonte, zahlreiche Vorfälle hätten verhindert werden können und seien das Ergebnis bewusster Entscheidungen staatlicher Akteure. Oft werde entweder in Kauf genommen, dass Zivilisten getroffen werden, oder mögliche zivile Opfer würden nicht ausreichend berücksichtigt.

Sie verwies darauf, dass staatliche Stellen sehr wohl in der Lage seien, operative Entscheidungen zum Schutz von Zivilisten zu treffen. Wer ein militärisches Ziel wie etwa eine Drohnenfabrik angreifen wolle und wisse, dass sich daneben eine Schule befinde, müsse Waffen einsetzen, die nicht auch Schulen, Krankenhäuser oder Wohnhäuser gefährden.

Die meisten dokumentierten Vorfälle registrierten die UN insgesamt in den palästinensischen Gebieten und Israel sowie in der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria, Myanmar und Somalia.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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