Neuer denkt über WM hinaus nicht an weitere Länderspiele
Manuel Neuer geht derzeit nicht davon aus, nach der Weltmeisterschaft noch einmal für die deutsche Nationalmannschaft aufzulaufen. Mit einem endgültigen Abschied aus dem DFB-Team möchte sich der 40-Jährige im Moment aber bewusst nicht beschäftigen. Bei einer Pressekonferenz in Winston-Salem sagte der Rekordtorhüter, dass er nicht plane, in zwei Jahren noch einmal bei einer Europameisterschaft im Tor zu stehen.
Zunächst klang das wie ein klares Signal für ein Karriereende nach dem Turnier in Kanada, Mexiko und den USA. Kurz darauf stellte Neuer jedoch klar, dass er seine möglichen letzten Spiele im Deutschland-Trikot aktuell nicht in den Mittelpunkt rücken wolle.
Er betonte, sein Blick richte sich nach vorn. Statt an einen Abschied zu denken, wolle er sich auf die kommenden Partien freuen. Ähnlich sei er bereits bei der Heim-EM 2024 vorgegangen. Damals hatte der Weltmeister von 2014 einige Tage nach dem Viertelfinal-Aus gegen Spanien seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekanntgegeben, den er inzwischen wieder rückgängig gemacht hat.
Entscheidung über Comeback ohne festen Stichtag
Wann genau er sich für die Rückkehr zur WM entschieden habe, ließ Neuer offen. Im Februar und März habe es Gespräche mit Bundestrainer Julian Nagelsmann gegeben. Dabei sei es unter anderem um seine Trainingsbelastung nach den jüngsten Verletzungen gegangen.
Ein wichtiger Faktor für sein Comeback und die nun fünfte WM-Teilnahme war für Neuer auch die Aussicht auf den Titel. Er sagte, dass er der Mannschaft den großen Erfolg absolut zutraue. Andernfalls wäre er nicht dabei. Es sei für ihn ein Geschenk, noch einmal an einer Weltmeisterschaft teilnehmen zu können. Ein zweiter WM-Triumph wäre für ihn etwas ganz Besonderes.

Rekordmarke bei der WM
Neuer ist der letzte verbliebene Weltmeister von 2014 im aktuellen Kader des DFB. Bislang hat noch kein deutscher Spieler zweimal den WM-Titel auf dem Platz gewonnen. Beim Spiel am Samstag um 22.00 Uhr in Toronto gegen die Elfenbeinküste wird der Bayern-Keeper mit seinem 21. WM-Einsatz zum alleinigen Rekordtorwart bei Weltmeisterschaften.
Zuletzt hatten Mitspieler immer wieder die besondere „Aura“ des erfahrenen Torwarts hervorgehoben. Auf diese Beschreibung reagierte Neuer bei der Pressekonferenz mit Humor und fragte zunächst, ob man das wohl sagen müsse, weil er gerade erst den Raum betreten habe. Dafür gab es Lacher im Hörsaal der Wake Forest University, wo das DFB-Team seine Medienrunden abhält.
Was Neuer unter „Aura“ versteht
Neuer erklärte, für ihn habe Aura viel mit Ausstrahlung und Auftreten zu tun. Er wolle seinen Mitspielern Sicherheit vermitteln und jemand sein, auf den man sich verlassen könne. Diese Haltung versuche er mit positiver Energie an die Mannschaft weiterzugeben. Genau das könnte es sein, was seine Kollegen mit dieser besonderen Aura meinen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion