Politik

Freie Bahn aus Brüssel: Bund darf bei KNDS einsteigen

Panzerbauer KNDS: Warum Berlin jetzt beim deutsch-französischen Rüstungsriesen einsteigen will

18.06.2026, 13:31 Uhr

Die EU-Kommission hat den geplanten Einstieg der Bundesregierung beim deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS genehmigt. Nach Prüfung der Transaktion sieht die Brüsseler Behörde keine wettbewerbsrechtlichen Probleme und erteilte ihre Zustimmung ohne zusätzliche Bedingungen.

KNDS produziert unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2 sowie die Panzerhaubitze 2000. Medien zufolge wird das Unternehmen mit rund 20 Milliarden Euro bewertet und bereitet nach früheren Angaben einen Börsengang vor. Der Konzern gehört derzeit der deutschen Eigentümerfamilie von Krauss-Maffei Wegmann sowie dem französischen Staat. Der juristische Sitz befindet sich in Amsterdam, die deutsche Unternehmenszentrale in München.

Regierung plant Beteiligung von 40 Prozent

Bereits im Mai war bekannt geworden, dass die Bundesregierung nach längeren internen Beratungen eine Entscheidung über eine Beteiligung getroffen hat. Nach Informationen aus Regierungskreisen will der Bund zunächst 40 Prozent an dem Panzerhersteller übernehmen. Zugleich soll das Ziel formuliert werden, diesen Anteil innerhalb von zwei bis drei Jahren auf 30 Prozent zu senken.

Die EU-Wettbewerbshüter kamen zu dem Ergebnis, dass die beteiligten Seiten nicht auf denselben Märkten aktiv sind. Auch bei den Lieferbeziehungen von KNDS an das Bundesverteidigungsministerium sah die Kommission keinen Grund zur Beanstandung. Damit ist der Weg für den Einstieg frei.

Ausbau der Produktion in Deutschland

KNDS plant zudem den Aufbau von zwei weiteren Produktionsstandorten in Deutschland. Das hatte Deutschlandchef Florian Hohenwarter in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung angekündigt. Eine endgültige Entscheidung über die konkreten Standorte sei allerdings noch nicht gefallen.

Außerdem rechnet das Unternehmen mit einem deutlichen Personalaufbau: Bis zum Ende des Jahrzehnts könnte sich die Zahl der Beschäftigten demnach um etwa 4.000 bis 5.000 erhöhen und damit insgesamt ungefähr verdoppeln.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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