Die Bundeswehr beteiligt sich am ersten Militärmanöver der sogenannten „Koalition der Willigen“ zur Unterstützung der Ukraine. Nach Angaben eines Sprechers des Verteidigungsministeriums wird Deutschland mit rund zehn Stabsoffizieren, Tankflugzeugen und logistischer Hilfe vertreten sein. Die Übung ist für November in Polen, im Luftraum über Rumänien sowie im westlichen Schwarzen Meer geplant und soll laut Ministerium ein „Zeichen der Geschlossenheit mit unseren Partnern“ setzen.
Erstmals soll bei dem Manöver die Einsatzbereitschaft der multinationalen Truppe überprüft werden, die derzeit unter Führung von Frankreich und Großbritannien aufgebaut wird. Sie soll im Fall eines möglichen Waffenstillstands mit Russland zur Absicherung beitragen. Der „Koalition der Willigen“ gehören insgesamt rund 35 Staaten an.
Deutsche Beiträge zur Übung
Neben den Stabsoffizieren will die Bundeswehr dem Verteidigungsministerium zufolge bis zu zwei Transportmaschinen vom Typ A400M für die Luftbetankung bereitstellen. Die Flugzeuge sollen von Deutschland aus eingesetzt werden. Zudem werde der Transport von Truppen in das Übungsgebiet durch Deutschland mit logistischen Leistungen unterstützt. Das Manöver trägt den polnischen Namen „Koalicja 2026“.
Aufbau der Truppe beschlossen
Die Einrichtung der multinationalen Einheit war im Dezember 2025 bei einem Ukraine-Gipfel in Berlin beschlossen worden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte Mitte Juli erklärt, die Truppe sei einsatzbereit. Zugleich kündigte er überraschend erste Übungen in den Nachbarstaaten der von Russland angegriffenen Ukraine bereits für den Herbst an. Ziel sei es zu demonstrieren, dass die Partner bereit, entschlossen und glaubwürdig seien – an Land, in der Luft und auf See.
Deutschland hatte sich nach anfänglicher Zurückhaltung grundsätzlich zur Teilnahme bereit erklärt. Wie die deutsche Mitwirkung an der Truppe am Ende konkret aussehen wird, ist jedoch weiterhin offen. Bundeskanzler Merz hatte im Juli betont, dass Bundesregierung und Bundestag noch über Art und Umfang des deutschen Beitrags entscheiden müssten.
Teilnehmerzahl weiter offen
Wie groß das Manöver tatsächlich ausfallen wird, ist bislang nicht bekannt. Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting hatte Mitte Oktober bei einem Besuch in Washington von „Tausenden Soldaten“ gesprochen. Die britische Zeitung „Times“ berichtete zuletzt von insgesamt 1.500 französischen, britischen und deutschen Soldaten, die gemeinsam mit polnischen Kräften teilnehmen könnten. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang jedoch nicht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber