Verdächtiger nach Spionage-Ermittlungen in U-Haft
Nach der Festnahme eines mutmaßlichen russischen Spions in Brandenburg sitzt der Beschuldigte nun in Untersuchungshaft. Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, hat ein Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe den Haftbefehl gegen den ukrainischen Staatsangehörigen in Kraft gesetzt. Dem Mann wird geheimdienstliche Agententätigkeit vorgeworfen.
Festgenommen worden war der Verdächtige am Donnerstag durch Beamte des Bundeskriminalamts in Eisenhüttenstadt. Nach Angaben der Ermittler soll er für einen russischen Nachrichtendienst militärisch bedeutsame Informationen beschafft haben. Dabei soll er auch Verbindungen in die europäische Rüstungsindustrie genutzt haben.
Im Fokus der Ermittlungen stehen demnach unter anderem Informationen zur Herstellung von Panzern, Munition und Sprengstoffen. Außerdem soll es um Erkenntnisse über Militärstandorte gegangen sein, die für den Schutz der Nato-Ostflanke wichtig sind.
Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete die Festnahme bereits am Vortag als Erfolg der Sicherheitsbehörden. Zugleich warnte der CDU-Politiker am Rande des Westbalkangipfels in Montenegro vor weiteren ähnlichen Fällen. Solche Spionageaktivitäten könnten in den kommenden Monaten und Jahren häufiger werden, sagte Merz. In Deutschland wurden in diesem Jahr bereits mehrere Verdächtige festgenommen, die im Auftrag russischer Geheimdienste gehandelt haben sollen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber