Ukraine

Selenskyj enthüllt: Trump versprach uns Patriots

Patriot-Lizenzen für Kiew? Erst schweigt Selenskyj – dann lässt er am Abend in einem Interview mit einer brisanten Aussage aufhorchen.

29.07.2026, 04:19 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat der Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zugesagt, Lizenzen für die Produktion von Patriot-Abfangraketen bereitzustellen. In einem Interview mit dem Fox-News-Moderator Sean Hannity sagte Selenskyj, Trump habe versprochen, die Genehmigungen zu erteilen. Damit verbinde Kiew die Hoffnung, die Herstellung der dringend benötigten Raketen im eigenen Land deutlich schneller ausbauen zu können. Eine offizielle Stellungnahme des Weißen Hauses lag zunächst nicht vor.

Für die Ukraine gelten die Patriot-Systeme als das einzige verlässliche Mittel zur Abwehr russischer ballistischer Raketen. Selenskyj hatte bereits im Frühjahr darauf hingewiesen, dass die Munitionsbestände seines Landes für diese Systeme stark geschrumpft seien. Zusätzlichen Druck auf die weltweiten Vorräte habe zuletzt auch der US-Militäreinsatz gegen den Iran ausgeübt.

Wenige Stunden vor seinen Äußerungen bei Hannity hatte sich Selenskyj noch zurückhaltender geäußert. Nach seinem Treffen mit Trump im Weißen Haus erklärte er auf X, im Mittelpunkt habe die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung gegen russische Raketenangriffe gestanden. Dabei sei auch über Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Abfangraketen sowie über weitere Unterstützungsmöglichkeiten gesprochen worden.

Das Gespräch zwischen Trump und Selenskyj fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und dauerte nach Berichten US-amerikanischer Medien etwas mehr als eine Stunde. Trump schrieb anschließend auf seiner Plattform Truth Social lediglich, das Treffen sei „sehr gut“ verlaufen. Auch Selenskyj bewertete die Unterredung im Hannity-Interview positiv.

In den vergangenen Wochen kamen beide Politiker mehrfach zusammen, unter anderem Anfang des Monats beim Nato-Gipfel in Ankara sowie Mitte Juni beim G7-Treffen im französischen Évian. Bei beiden Zusammenkünften hatten die USA auch gemeinsame Linien zum Krieg in der Ukraine mitgetragen. Trump betonte in Ankara zudem, dass er ein gutes Verhältnis zu Selenskyj pflege.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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